Zur Wochenmitte geht es für die Ölpreise deutlich abwärts. Nach jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump keimt an den Börsen erneut die Hoffnung auf eine schnelle diplomatische Lösung im Iran-Konflikt auf. WTI und Brent geben daher deutlich nach.
• Entlastung an den Zapfsäulen? US-Präsident Donald Trump verkündete, dass sich die Verhandlungen mit dem Iran in den „letzten Zügen“ befinden.
• Kräftige Abschläge: Die Rohölpreise (WTI und Brent) reagierten prompt und brachen zeitweise um mehr als sechs Prozent ein.
• Skeptische Analysten: Großbanken wie die Citigroup warnen weiterhin vor den massiven Risiken einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus.
Die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt schmilzt am Mittwoch dahin. Händler und Anleger atmen auf, nachdem US-Präsident Donald Trump Journalisten gegenüber optimistische Töne anschlug. Laut einem aktuellen Medienbericht erklärte Trump im Weißen Haus, dass sich seine Regierung in den „letzten Zügen“ der Verhandlungen mit dem Iran befinde.
WTI fällt unter psychologische Marke
Die Reaktion an den Terminbörsen ließ nicht lange auf sich warten: Der Preis für ein Fass der US-Leichtölsorte West Texas Intermediate (WTI) sackte zur Mitte des US-Handelstages um mehr als sechs Prozent ab und notierte bei 97,74 Dollar – damit rutschte die Notierung deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar. Auch die globale Benchmark-Sorte Brent-Crude verlor stark an Boden und gab um knapp sechs Prozent auf 104,62 Dollar pro Barrel nach.
Erst Anfang der Woche hatte Trump signalisiert, dass er geplante militärische Vergeltungsschläge gegen den Iran auf Bitten arabischer Golf-Verbündeter vorerst gestoppt habe, um der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. Die Hoffnung auf eine schnelle Deeskalation ist groß, allerdings mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht: Trump ist in der Vergangenheit bereits mehrfach mit übertrieben optimistischen Prognosen bezüglich eines Iran-Deals und eines raschen Kriegsendes vorgeprescht – nur um kurz darauf zu erleben, wie die Spannungen zwischen Washington und Teheran erneut eskalierten (siehe auch weiterführende Artikel).
Die Straße von Hormus im Fokus
Trotz der heutigen Entspannung bleibt die Lage vor Ort explosiv. Seit Wochen verharren beide Parteien in einer gefährlichen Pattsituation: Während Teheran die Straße von Hormus – eine der weltweit kritischsten Handelsrouten für Öl und Flüssiggas (LNG) – blockiert, halten die USA ihrerseits die Seeblockade gegen iranische Häfen aufrecht.
Die Großbank Citibank warnte erst am Dienstag in einer Notiz an ihre Kunden, dass der Markt das Risiko einer länger anhaltenden Störung der Lieferketten in der Region sträflich unterschätze. Die Citi-Analysten gehen unverändert davon aus, dass das iranische Regime die Passage durch die Straße von Hormus noch einige Zeit behindern könnte, und prognostizieren für Brent-Öl kurzfristig Kurse von bis zu 120 Dollar.
Die Lage an den Rohstoffmärkten bleibt unübersichtlich. Die Anleger hängen weiter an Trumps Lippen; ob der Durchbruch im festgefahrenen Nahostkonflikt dieses Mal wirklich kommt, ist jedoch ungewiss. Doch egal, ob das Barrel Brent oder WTI nun 90, 100 oder 120 Dollar kostet: Im aktuellen Umfeld verdienen die Ölkonzerne prächtig. Bei den AKTIONÄR-Empfehlungen wie ExxonMobil lasen Anleger die Gewinne daher laufen.
Jetzt AKTIONÄR-Leser werden
Mit dem digitalen Monatsabo von DER AKTIONÄR Magazin treffen Sie bessere Anlageentscheidungen – dank tiefgehender Analysen, exklusiver Recherchen, fundierter Experteneinschätzungen und konkreter Trading-Impulse Woche für Woche. Jetzt das Angebot sichern und bei den ersten 4 Ausgaben 65 Prozent sparen. Zum Angebot.
FAQs
1. Warum steigt der Ölpreis bei Konflikten im Nahen Osten?
Der Markt fürchtet Lieferausfälle, da wichtige Förderländer und Handelsrouten wie die Straße von Hormus betroffen sein könnten. Schon die Angst vor Engpässen treibt die Preise oft deutlich nach oben.
2. Warum beeinflusst der Ölpreis die Börsen so stark?
Steigende Ölpreise erhöhen die Kosten für Unternehmen und Verbraucher. Das kann Inflation anheizen, das Wirtschaftswachstum bremsen und die Gewinne vieler Konzerne belasten.
3. Welche Rolle spielt die OPEC am Ölmarkt?
Die OPEC und ihre Partnerstaaten steuern mit Fördermengen einen großen Teil des globalen Ölangebots. Kürzt das Kartell die Produktion, steigen die Preise oft spürbar an.
20.05.2026, 21:00