Gold bricht ein, Silber wird zerlegt, die Minen erleben ein Desaster. Die vergangene Woche war nichts für schwache Nerven. Die Minen verloren mehr als 20 Prozent im Schnitt, bei einigen Aktien gab es Rücksetzer von 50 Prozent und mehr. „Das ist sicherlich einer der heftigsten Einbrüche in kurzer Zeit, den wir je gesehen haben“, sagt Markus Bußler.
Doch wie kam es zu diesem Einbruch? Der Krieg, die Blockade der Straße von Hormus, der Ölpreis-Anstieg. All das war Gift für den Goldpreis. „Anleger haben Gold als Cash-Ersatz genutzt“, erinnert Markus Bußler. Als die Anleger im Zug fallender Aktienmärkte Cash benötigt haben, wurde auch Gold verkauft. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass Zinssenkungen binnen kürzester Zeit ausgepreist worden sind. „Auch wenn die Fed selbst noch von einer Zinssenkung spricht, zeigt ein Blick auf das FedWatch Tool, dass der Markt keine Zinssenkung in den USA mehr sieht.“ Mehr noch: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen in anderen Industrienationen wieder steigen werden, nimmt zu. Die Inflation ist hier der entscheidende Faktor. Der sprunghaft gestiegene Ölpreis verteuert Energierohstoffe. Aber auch Lebensmittelpreise dürften folgen.
Also keine Chance auf eine rasche Erholung? „Ganz so düster ist die Lage dann doch nicht“, sagt Markus Bußler. Zum einen seien derartige Einbrüche binnen kürzester Zeit selten ein wirklicher Trendwechsel. Der übergeordnete Trend bleibe erst einmal am Leben. Und der zeigt nach oben. Zum anderen verkennt der Markt allem Anschein nach die Gefahr einer Stagflation. Aktuell fokussiert sich der Markt auf die Inflation. Doch gleichzeitig deutet der US-Arbeitsmarkt auf eine deutliche Abschwächung hin. Das wiederum wird die Fed in ein Dilemma bringen: Zinsanhebungen wegen der Inflation oder Zinssenkungen, um die Wirtschaft zu stützen. „Ich denke, in diesem Spannungsfeld würde die Fed – wohl auch politisch getrieben – sich für eine Stärkung der Wirtschaft entscheiden und die Zinsen trotz Inflation senken.“ Das wiederum dürfte dem Goldpreis noch einmal deutlich höhere Kurse bescheren.
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Heute, 11:10