Bei (Edel-)Metallen denken die meisten Anleger zuerst an Gold und danach an den kleinen Bruder Silber. 2026 trumpft allerdings ausgerechnet Kupfer groß auf. An der US-Terminbörse Comex hat der Kupferpreis jüngst ein Rekordhoch erklommen. Doch bei der Kupfer-Rally sollten Anleger jetzt zwei Dinge beachten.
Hinter der jüngsten Rally beim Kupferpreis steht vor allem die Sorge vor einem möglichen Zollschock in den USA. Anleger spekulieren darauf, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump künftig Importzölle auf raffiniertes Kupfer erheben könnte. Die Unsicherheit darüber sorgt bereits jetzt für massive Verwerfungen am globalen Kupfermarkt.
An der New Yorker Comex erreichen die Kupfer-Futures am Freitagmorgen mit 6,86 Dollar je Pfund ein neues Rekordhoch. Damit wurde die bisherige Bestmarke aus dem Mai von 6,716 Dollar übertroffen. Seit Jahresbeginn hat das Industriemetall rund 20 Prozent zugelegt und damit Gold und Silber deutlich hinter sich gelassen.
Möglicher Zollschock bewegt tausende Tonnen Kupfer
Die möglichen Zölle haben Marktteilnehmer dazu veranlasst, sich frühzeitig in Stellung zu bringen. Große Mengen Kupfer werden in die USA umgeleitet, um von möglichen Preisaufschlägen nach einer Zollentscheidung zu profitieren. Allein im Juli flossen mehr als 200.000 Tonnen Kupfer in die Vereinigten Staaten – so viel wie in keinem Monat zuvor seit mindestens zwölf Jahren.
Der Zustrom lässt die Lagerbestände in den USA deutlich steigen. Die offiziellen Comex-Bestände haben seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent zugelegt und ein Rekordniveau erreicht. Zusammen mit den Lagerbeständen an der London Metal Exchange (LME) summieren sich die Vorräte inzwischen auf mehr als 740.000 Tonnen. Hinzu kommen weitere rund 111.000 Tonnen Kupfer, die laut LME-Daten in privaten Lagerhäusern an US-Häfen liegen. Insgesamt wird der Kupfervorrat in den USA mittlerweile auf mehr als eine Million Tonnen geschätzt.
Die Folge ist eine ungewöhnliche Preisdifferenz zwischen den Handelsplätzen. Während Kupfer an der Comex zuletzt umgerechnet rund 14.840 Dollar je Tonne kostete, lag der Preis an der LME bei etwa 14.112 Dollar. Das US-Aufgeld von mehr als fünf Prozent zeigt, wie stark die Zollfantasie den Markt derzeit beeinflusst.
Weitere strukturelle Treiber
Die Kupfer-Rally ist jedoch mehr als ein kurzfristiger Zoll-Trade. Auch langfristige Megatrends treiben die Nachfrage: Vor allem der Boom rund um Künstliche Intelligenz, der Ausbau von Stromnetzen und die zunehmende Elektrifizierung benötigen große Mengen des leitfähigen Metalls.
Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp. Neue Minen lassen sich nur langsam erschließen, während der Kupfergehalt bestehender Lagerstätten sinkt. Laut IEA vergehen zwischen der Entdeckung eines Vorkommens und dem Produktionsstart im Schnitt rund 17 Jahre. Treffen also steigende Nachfrage und begrenzte Förderkapazitäten aufeinander, bleibt der langfristige Ausblick für Kupfer aussichtsreich.
Kupfer befindet sich im Rally-Modus. Welche Kupferproduzenten neben der AKTIONÄR-Empfehlung Rio Tinto jetzt besonders interessant sind, erfahren Anleger im Börsenbrief Goldfolio von Gold- und Rohstoffexperte Markus Bußler. Weitere Infos zum Goldfolio finden Sie hier.
Heute, 10:45
Bei Google bevorzugen