Der Goldpreis ist zuletzt weiter unter Druck geraten. Nachdem das Edelmetall bereits am Mittwoch im Vorfeld des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed deutlich unter 5.000 Dollar gefallen war, hat sich die Korrekturfahrt zuletzt fortgesetzt. Am Donnerstagmorgen wird eine Feinunze für 4.819 Dollar gehandelt.
Auffällig: Trotz der Eskalation im Nahen Osten bleibt die klassische Flucht in den „sicheren Hafen“ Gold bislang aus. Nach einem kurzen Preissprung auf über 5.400 Dollar zu Beginn der Angriffe auf den Iran hat sich der Trend klar gedreht – in den vergangenen zwei Wochen ging es mehrfach kräftig abwärts.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist der starke US-Dollar. Da Gold in Dollar gehandelt wird, verteuert eine festere US-Währung das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums – die Nachfrage leidet. Gleichzeitig haben sich die Zinserwartungen verschoben: Statt zwei Zinssenkungen wird am Markt inzwischen nur noch mit einem Schritt gerechnet.
Die Fed selbst hält angesichts steigender Inflationsrisiken – auch durch höhere Ölpreise – an ihrer restriktiven Linie fest und beließ den Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Weitere Zinssenkungen rücken damit in die Ferne. Höhere Renditen etwa bei Anleihen erhöhen den Konkurrenzdruck für Gold zusätzlich.
Zudem belastete zuletzt die sich zuspitzende Entwicklung im Nahen Osten wie der Angriff auf das riesige iranische Gasfeld South Pars, der einen iranischen Gegenschlag auf die weltweit größte LNG-Anlage in Katar auslöste. Dies führte zu einem Abverkauf bei mehreren Anlageklassen. Einige Investoren waren auch gezwungen, Goldbestände zur Liquiditätsbeschaffung zu verkaufen.
Trotz der jüngsten Rücksetzer bleibt das Edelmetall auf hohem Niveau und liegt weiterhin klar über den Ständen von Ende 2025. Charttechnisch ist der Goldpreis zuletzt aber unter das Februar-Zwischentief bei 4.850 Dollar gefallen. Ein weiterer Support wartet bei 4.655 Dollar. Eine starke Unterstützung verläuft bei 4.381 Dollar. Eine schnelle Rückeroberung der 5.000-Dollar-Marke würde das Bild hingegen wieder aufhellen. DER AKTIONÄR geht kurzfristig weiter von einer volatilen Entwicklung aus. An den langfristig starken Aussichten ändert dies aber nichts. Größere Rücksetzer am Goldmarkt sind Kaufchancen. Mehr Infos zu den Edelmetallmärkten gibt es bei Goldfolio – dem Börsendienst für Gold- und Silberaktien.
Heute, 07:38