Ein Hauch von Panik statt Glanz. Gold spielt weiter verrückt. Nach dem Crash am Freitag geht es zum Start in die neue Woche erneut nach unten. Intraday taucht der Preis bis in den Bereich um 4.400 Dollar ab. Zuletzt stabilisiert sich Gold bei rund 4.650 Dollar. Trotzdem steht damit am Abend ein Tagesminus von rund 4,3 Prozent.
Am Freitag verlor Gold bereits rund 9 Prozent. Silber wurde regelrecht zerlegt: zeitweise geht es um 36 Prozent nach unten. Auch am Montag bleibt es extrem volatil.
Dominik Sperzel, Handelsleiter beim Edelmetallverarbeiter Heraeus Precious Metals, sagt: „In meiner Karriere ist das definitiv das Wildeste, was ich je gesehen habe.“ Gold sei zwar ein Symbol für Stabilität, doch eine solche Bewegung stehe dem komplett entgegen.
Hinter dem Absturz steckt vor allem ein überfüllter Trade. Robert Gottlieb, früher Edelmetallhändler bei JPMorgan, sagt, der Markt sei zu einseitig positioniert gewesen. Viele hätten nach der Rally längst mit einem Bein an der Tür gestanden, um auszusteigen.
Als Auslöser gilt die Fed-Personalie Kevin Warsh. Donald Trump nominierte ihn als neuen Notenbankchef, der Dollar zog an. Das drückt typischerweise auf den in Dollar gehandelten Goldpreis. Zudem wirkte der Markt bereits vorher überkauft.
Druck kommt zusätzlich über den Terminmarkt: Die Rohstoffbörse CME erhöhte die Margen für Gold- und Silber-Futures. Wer gehebelt unterwegs ist, braucht mehr Sicherheiten. Wer sie nicht liefern kann, muss Positionen abbauen.
Trotzdem bleiben einige Strategen gelassen. Die Deutsche Bank hält an einem Gold-Ziel von 6.000 Dollar fest und verweist auf die Käufe der Zentralbanken. Der Rücksetzer sei keine Trendwende.
Entscheidend wird jetzt, ob sich eine stabile Unterstützung bildet. Viele Händler warten ab, ob die Panikverkäufe auslaufen – oder ob die nächste Verkaufswelle den Preis erneut unter Druck setzt. In China könnte der Rücksetzer sogar neue Käufer anlocken. Vor dem Neujahrsfest steigt dort traditionell die Nachfrage nach Barren und Schmuck.
Heute, 20:25