15.07.2015 Maximilian Völkl

DAX: Moderates Plus erwartet. Warten auf Griechenland

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DAX
Trendthema

Die Grundstimmung an den internationalen Aktienmärkten bleibt positiv, nachdem die Wall Street am Dienstag weiter zugelegt hatte. Börsianer blicken gespannt nach Athen. In Athen will Ministerpräsident Alexis Tsipras das mit den Gläubigern vereinbarte Sparpaket durch das Parlament bringen. In der Schweiz steht die ZEW/Credit Suisse Umfrage für Juli an. In den USA veröffentlicht die Federal Reserve ihr Beige Book.

Aktien

Die Börsen in Asien haben am Mittwoch uneinheitlich tendiert. Indexgewinnen in Japan standen Verluste an den chinesischen Börsen von über 2,0% gegenüber. In China ist die Volkswirtschaft im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszweitraum um 7,0% gewachsen und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Bei den Investoren am Aktienmarkt sorgte dies jedoch nicht für Kauflaune. Die regionale Benchmark, der MSCI Asia Pacific Index, lag gegen 6:35 Uhr MESZ mit 0,2 im Plus.

In Tokio gewann der Nikkei 225 Index 0,4%. Die Bank von Japan behält ihre geldpolitischen Anreize unverändert bei, senkte jedoch ihren Inflationsausblick für das laufende Fiskaljahr bis März 2016 von 0,8% auf 0,7%. Aktien von Maezawa Industries Inc. verteuerten sich um 14%. Der Hersteller von Wasser- und Abwasseranlagen erhöhte seine Gewinnschätzung für das Geschäftsjahr um 53%. Beim Entwickler von Software für Videospiele Capcom Co. Ltd. stieg der Kurs nach einer Erhöhung der Anlageempfehlung durch Mizuho Financial Group Inc. auf ’Kaufen’ um 5,2%. Auch beim Kaufhausbetreiber Takashimaya Co. setzte Mizuho die Anlageempfehlung herauf, was zu einem Kurssprung von 4,9% führte.

An der Wall Street hatten die Kurse am Dienstag überwiegend zugelegt. Gefragt waren unter anderem die Titel von Öl-Unternehmen. Letztere profitierten vom höheren WTI-Preis. Der Kurs von Micron Technology sprang sogar um 11,4% nach oben. Unterrichteten Kreisen zufolge will die chinesische Tsinghua Unigroup ein Gebot für den US-amerikanischen Chiphersteller abgeben. Aktien von JPMorgan Chase verloren zunächst, schafften dann jedoch recht bald die Wende ins Plus und legten bis Börsenschluss um 1,4% zu. Bei der Bank lag der Quartalsgewinn oberhalb der Erwartungen, während die Kosten sanken. “Die Effizienzgewinne beginnen sichtbar zu werden”, sagte Jeff Harte, Analyst bei Sandler O’Neill & Partners LP in Chicago.

Devisen

Der Euro hat am frühen Morgen 0,1% nachgegeben und ist bei 1,1001$ gehandelt worden. Investoren warten auf die Abstimmung im griechischen Parlament über das Sparpaket. Am Dienstag hatte die Gemeinschaftswährung 0,1% zugelegt. Der Schweizer Franken war zum Euro etwas stärker bei 1,0399 CHF. Zum Dollar war der Franken 0,1% schwächer bei 0,9454 CHF.

Rohstoffe

Die Ölpreise sind gestiegen. Investoren spekulieren, dass die Ölexporte des Iran nur allmählich zunehmen werden, nachdem am Dienstag eine Einigung über das Atomprogramm erzielt wurde und im Gegenzug die Sanktionen gegen das Land schrittweise aufgehoben werden sollen. Nach Einschätzung von Goldman Sachs Group Inc. dürfte das Land seine Ölexporte 2016 um 200.000 bis 400.000 Barrel täglich erhöhen und im darauffolgenden Jahr wohl weiter steigern. “Eine gewisse Zeitlang wird der Iran seine Produktion nicht erhöhen”, sagte Jonathan Barratt, Chief Investment Officer bei Ayers Alliance Securities in Sydney. “Zudem besteht die Frage, wieviel Druck Israel auf den US-Senat ausüben wird, im Hinblick auf die Ratifizierung des Atomabkommens.” Der August-Terminkontrakt für WTI- Öl lag am Morgen 0,5% höher bei 53,30$ je Barrel. Brent-Öl notierte am Terminmarkt bei 58,75$ je Barrel und war damit 0,4% teurer.

Der Goldpreis ist weiter gesunken. Am Kassamarkt kostete die Unze Gold 1155,18$ und damit 0,1 Prozent weniger. Investoren warten auf die Äusserungen der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor dem US-Senat in Bezug auf den Ausblick für steigende Zinsen. Gold hat sich dieses Jahr um 2,4% verbilligt, da die Spekulation auf Leitzinserhöhungen in den USA den Dollar stärkt und die Attraktivität des Edelmetalls als alternative Anlage verringert. Nach Einschätzung von Barclays Plc wird das dritte Quartal dieses Jahres das schwächste für den Goldpreis werden. Die Bank sieht den Durchschnittspreis in dem Zeitraum bei 1150$ je Unze und für 2015 bei 1183$. “Die Stärke des Dollar und die Erwartung, dass eine Zinsanhebung bevorsteht, sind die wichtigsten Treiber für den Goldpreis”, schrieben die Analysten um Paul Horsnell, Leiter der Rohstoffananlyse bei Standard Chartered Plc in London, in einer Studie.

Kreise: Paulson erwirbt Syngenta-Anteil als Monsanto-Deal-Stütze

Der Hedgefonds Paulson & Co. von Milliardär John Paulson hat eine Beteiligung an der Schweizer Syngenta aufgebaut was als Zeichen gewertet wird, dass die Firma den Übernahmeversuch durch Monsanto unterstützt. Das erfuhr Bloomberg in der Nacht zum Mittwoch von Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Der Anteil, dessen Umfang bislang unbekannt ist, könnte Paulson & Co. zu einem der Top-20-Aktionäre von Syngenta gemacht haben.

IWF sieht wohl verdüsterten Hellas-Schuldenausblick mit Einigung

IWF-Prognosen für Griechenlands Schuldenniveau haben sich mit der neuen Vereinbarung beträchtlich verschlechtert, seit der Währungsfonds seine Analyse am 2. Juli veröffentlicht hatte. Das erfuhr Bloomberg am späten Dienstag von einer Person, die mit dem jüngsten IWF-Bericht über die Tragfähigkeit der Verschuldung in Griechenland vertraut ist. Die düsteren Aussichten spiegeln den Rückgang der griechischen Wirtschaftsleistung wider, seit die Kapitalverkehrskontrollen eingeführt wurden.

EZB wird QE-Ankäufe bis September 2016 fortsetzen

Die EZB beabsichtigt, ihre “Ankäufe bis September 2016 fortzusetzen und das Programm in jedem Fall so lange aufrechterhalten, bis sich die Inflation auf nachhaltige Weise angepasst hat”. Das erklärte Yves Mersch, Direktoriumsmitglied, am späten Dienstag bei einer Rede. “Mit unserer Geldpolitik können wir wirtschaftliches Wachstum unterstützen. Aber sie wird ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn die Regierungen in den Eurozone-Ländern spürbare Reformen ausführen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern - und so Bedingungen für ein nachhaltiges Wachstum schaffen”: Mersch

Oerlikon prüft Optionen für Vacuum-Segment - Entscheidung offen

OC Oerlikon prüft derzeit strategische Optionen für das Segment Vacuum. Das gab der Schweizer Konzern am späten Dienstag bekannt. “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es jedoch zu früh, um Aussagen zu Optionen oder Entscheidungen zu machen": Der Verkauf des Vakuum-Geschäfts könnte es dem Konzern erlauben, sich auf profitablere Geschäftsbereiche zu konzentrieren.

(Quellen: Bloomberg, dpa-AFX)


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