14.01.2015 Thorsten Küfner

DAX gerät unter Druck: Commerzbank, Gazprom, Daimler, Deutsche Bank, Apple, E.on, RWE, Nordex und ThyssenKrupp im Fokus

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DAX
Trendthema

Am deutschen Aktienmarkt sind die Sorgen zurückgekehrt. Der Einbruch des Kupferpreises, schwache US-Einzelhandelsdaten und die wiedergekehrte Unsicherheit über weitere geldpolitische Schritte der Europäischen Zentralbank haben den Dax am Mittwoch kräftig belastet. Das Börsenbarometer ging mit einem Abschlag von 1,25 Prozent auf 9817,08 Punkten aus dem Handel und gab damit einen Teil seiner kräftigen Gewinne der vorangegangenen beiden Handelstage wieder ab.

Die zwischenzeitliche Erholung im Tagesverlauf begründeten Marktbeobachter mit den Aussagen des Gutachters am Europäischen Gerichtshof (EuGH) zum sogenannten OMT-Programm (Outright Monetary Transactions). Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass die Europäische Zentralbank grundsätzlich Staatsanleihen kaufen darf.

"Das grundsätzlich grüne Licht des EuGH sorgt für Erleichterung", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. Am Markt wird derzeit darauf spekuliert, dass die EZB schon in der kommenden Woche ein anderes Anleihe-Kaufprogramm, das sogenannte Quantitative Easing, beschließen könnte. Das EuGH-Gutachten gab diesen Hoffnungen nun zusätzlich Schub.

ThyssenKrupp: DAX-Wert bricht ein

In einem ohnehin relativ schwachen Marktumfeld geraten vor allem die Papiere von ThyssenKrupp erheblich unter Druck und führen die Verliererliste im DAX an. Auch die positiven Aussagen von Konzernchef Heinrich Hiesinger bezüglich des ersten Quartals und des Gesamtjahres halfen der Aktie nicht

Daimler-Aktie: Das sieht super aus!

Mit den guten Zahlen im Rücken ist die Daimler-Aktie kurzzeitig über die Marke von 72 Euro geklettert. Am Mittwoch sorgen Gewinnmitnahmen aufgrund der schwachen Verfassung der Wall Street für Kurse um 71 Euro für Daimler. Grundsätzlich gilt: Daimler liegt hervorragend im Rennen. Die guten Zahlen haben einmal mehr die Aufholjagd von Daimler gegenüber Audi und BMW unter Beweis gestellt. Vorstand Dieter Zetsche und sein Team machen einen super Job. Die Daimler-Aktie besticht durch Relative Stärke zum Gesamtmarkt.

Deutsche Bank: War’s das schon wieder?

Die Achterbahnfahrt an der Börse geht weiter. Nachdem die Aktie der Deutschen Bank mit einem stattlichen Plus aus dem Dienstagshandel gegangen war, kommt es im frühen Handel am Dienstag wieder zu Gewinnmitnahmen. Dabei gibt es einen positiven Analystenkommentar.

Commerzbank-Aktie schwach – Goldman stuft ab

Der DAX kann sich im Tagesverlauf deutlich erholen. Ganz anders die Commerzbank-Aktie: Sie liegt mit einem Minus von rund zwei Prozent am Ende des Feldes. Die Analysten von Goldman Sachs haben sich zu Wort gemeldet und kein gutes Haar an der Aktie gelassen.

Gazprom: Prestige-Projekt ist gestorben

Gazprom zieht einen Schlussstrich. Wie der Konzernchef Alexej Miller heute in Moskau erklärte, ist das ehrgeizige Projekt South Stream mittlerweile endgültig abgeschlossen. "Nun ist Turkish Stream auf der Tagesordnung", sagte Miller laut einem Bericht der Nachrichtenagentur BGNES.

Apple-Aktie: Hammermeldung – Angriff auf GoPro?

Apple bereitet möglicherweise einen Angriff auf den Actionkamera-Anbieter GoPro vor. Das US-Patentamt bewilligte dem kalifornischen Smartphone-Konzern das Patent für ein eigenes Kamerasystem, das wie die Geräte von GoPro bei sportlichen Aktivitäten verwendet werden kann. Das ging aus Unterlagen hervor, die am Dienstag von der Behörde veröffentlicht wurden. Als Hintergrund der Erfindung werden in den Dokumenten Schwächen der GoPro-Produkte erwähnt. Obwohl noch nicht klar ist, was Apple konkret mit dem Patent beabsichtigt, reagierten Anleger schockiert. Die GoPro-Aktie ging in New York mit einem Minus von mehr als zwölf Prozent aus dem Handel.

E.on, RWE und Nordex im Analysten-Check: Diese Aktien sind ein Kauf

Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat im deutschen Energiesektor drei Aktien näher unter die Lupe genommen: RWE, E.on und Nordex. Während eine Aktie von den Amerikanern klar gemieden wird, rät Merrill Lynch bei den beiden anderen zum Kauf. RWE ist der große Verlierer des Checks. Die Experten haben das Papier von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 29,60 auf 20,10 Euro gesenkt. Der jüngste Strompreisverfall und anhaltende Risiken für Kohle und Gas hätten ihn zum Umdenken bewogen, schrieb Analyst Peter Bisztyga in einer Studie vom Dienstag.

(Mit Material von dpa-AFX)