07.08.2014 Stefan Sommer

DAX dreht ins Plus dank technischer Erholungsbewegung: Grammer, Leoni, Klöckner & Co, Adidas, C.A.T. Oil, Deutsche Lufthansa, Beiersdorf, Rheinmetall im Fokus

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DAX
Trendthema

Der DAX ist am Donnerstagvormittag nach turbulentem Handelsstart mit 0,13 Prozent ins Plus gedreht auf 9.141,73 Punkte. Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB zögen sich einige Anleger, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hatten, wieder an die Seitenlinie zurück und das unterstütze den Markt zusätzlich, sagte Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel. Einige Anleger wagten sich vor der EZB-Sitzung auch schon wieder vorsichtig zu kaufen. Auch Aktienhändler Markus Huber vom Londoner Broker Peregrine & Black sieht Short-Eindeckungen als Antriebsfeder. Händler sprachen von einer technischen Erholungsbewegung nach dem jüngsten Ausverkauf bei deutschen Aktienwerten. Der DAX hatte vor einer Woche seine Abwärtsbewegung beschleunigt und seit dem vergangenen Donnerstag in der Spitze fast sechs Prozent verloren. Allerdings würde erst der Sprung über den Widerstandsbereich bei 9.260 Punkten das charttechnische Bild klar aufhellen.

Grammer-Aktie wird abgestraft – Analysten bleiben bullish

Nach den Zahlen am Mittwoch ging es für die Grammer-Aktie ordentlich bergab. Wer in der aktuellen Börsenphase die Erwartungen "nur" größtenteils erfüllt, nicht eine Erhöhung der Prognose oder eine Übernahme in der Pipeline hat, der bekommt ordentlich Prügel. So erging es Grammer. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Alles in Ordnung also? Denkste, die Aktie bekam ordentlich Gegenwind, das Papier ging über sieben Prozent in die Knie.

Leoni-Aktie kommt unter die Räder – wie weit geht die Korrektur?

Die Leidenszeit für die Aktionäre des Bordnetzherstellers Leoni ist noch nicht beendet. Und das obwohl die Aktie in den letzten Tagen ordentlich Prügel einstecken musste. Vom Hoch hat das Papier bislang rund 20 Prozent verloren. Dabei ist fundamental alles in Ordnung. Leoni liefert für die Creme de la creme der Autobrache Bordnetzsysteme, wenn man so will also das Nervensystem eines jeden Fahrzeugs. Bis 2025 sollen sich Umsatz und Gewinn verdoppeln. Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe zum Beispiel sieht ein Kursziel von 65 Euro.

Klöckner & Co: Top-Gewinner, Top-Zahlen, aber …

Mit starken Zahlen hat Klöckner & Co am Donnerstag für Freude bei den Anlegern gesorgt. Die Aktie des Stahlhändlers führt den MDAX deutlich an. Neben einem deutlichen Gewinnsprung wirkt auch die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung für das laufende Geschäftsjahr sehr positiv.

Adidas-Aktie: Erneut massiv unter Druck

Der Sportartikelhersteller Adidas hat eine Woche nach der drastischen Gewinnwarnung auch die Margenprognosen gekürzt. Im laufenden Jahr werde jetzt eine operative Marge zwischen 6,5 und 7,0 (2013: 8,7) Prozent erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Bisher hatte der Konzern eine operative Marge zwischen 8,5 und 9,0 Prozent in Aussicht gestellt. Von einem Händler hieß es, dass Adidas damit nochmals unter den Erwartungen einiger großer Banken lag.

Chart-Check C.A.T. Oil: Ist der Boden erreicht?

In den vergangenen Wochen wurde der ehemalige Highflyer C.A.T. Oil häufig abgestraft. Am Donnerstag hat der Titel den SDAX im frühen Handel allerdings angeführt. Die verstärkten wirtschaftlichen Sanktionen des Westens gegen Russland treiben den Anlegern jedoch nach wie vor Sorgenfalten ins Gesicht.

Lufthansa: Hoher Krankenstand – Flüge fallen aus

Die schlechten Nachrichten bei Lufthansa reißen nicht ab. In der vergangenen Woche hat der DAX-Konzern ein schwaches Ergebnis für das zweite Halbjahr vorgelegt. Nun beklagt die Fluglinie auch noch fehlendes Personal.

Top-Verlierer Beiersdorf: Enttäuschende Zahlen

Beiersdorf konnte den Erwartungen der Analysten nicht gerecht werden. Sowohl beim Umsatz und Gewinn fielen die Ergebnisse schwächer aus. Vor allem der starke Euro hat den Nivea-Herseller einen Großteil des Wachstums gekostet.

Rheinmetall senkt Prognose: Ohne Russland keine Chance

Der Rüstungskonzern Rheinmetall wurde im ersten Halbjahr besonders stark von der Ukraine-Krise getroffen. Die eigenen Umsatz- und Gewinnziele können nach dem Verbot eines wichtigen Russland-Geschäfts durch die Bundesregierung nicht mehr erreicht werden. Durch die gesenkte Jahresprognose kommt die Aktie am Donnerstagmorgen stark unter Druck.

(Mit Material von dap-AFX)