Der Übernahmekampf um die Commerzbank wird härter. Vorstandschefin Bettina Orlopp wirft Unicredit vor, mit neuen Aussagen Unruhe in ein laufendes Verfahren zu bringen. Die Aktie gibt trotz freundlichem Markt nach. Für Anleger rückt damit weniger die Offerte selbst in den Fokus – sondern die Frage, wie belastbar der Zugriff der Italiener wirklich ist.
– Die Commerzbank kritisiert neue Aussagen der Unicredit scharf.
– Im Streit um angediente Aktien ist die Bafin eingeschaltet.
– Die Aktie verliert am Montag zuletzt 1,7 Prozent.
Die Commerzbank-Chefin zeigte sich auf dem „Euro Finance Summit“ in Frankfurt irritiert über die jüngste Mitteilung der UniCredit. Die Äußerungen seien bemerkenswert, weil sie Unruhe stifteten und Zweifel an der Verlässlichkeit der Angaben der UniCredit aufwürfen. Die Commerzbank-Aktie verlor am Montag zuletzt 1,4 Prozent.
Hintergrund ist eine neue Eskalation im Übernahmeringen. Die UniCredit hatte erklärt, sie könne bei ausreichender Unterstützung auf der Hauptversammlung sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat wählen. Dieser wiederum bestellt den Vorstand. Die Botschaft aus Mailand ist klar: Der Druck auf Orlopp und ihr Team steigt.
Streit um angediente Aktien
Die UniCredit hatte im Mai eine Offerte für die Commerzbank vorgelegt. Nach jüngsten Angaben wurden rund elf Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Rechnerisch würde der Anteil der UniCredit damit auf gut 37 Prozent steigen. Zusätzlich hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.
Die Commerzbank sieht bei den Angaben der UniCredit ein Problem und hat die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Der Vorwurf: Die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken, mit denen die UniCredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht – und nicht von unabhängigen Aktionären.
Auffällig bleibt zudem, dass die Offerte unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie liegt. Für Aktionäre wäre eine Annahme damit derzeit wenig attraktiv. Die UniCredit weist die Kritik zurück und betont, regelkonform und transparent gehandelt zu haben.
Der Übernahmepoker rund um die Commerzbank geht in eine neue Runde. Die Fantasie auf eine strategische Lösung ist da, zugleich steigen Verfahrensrisiken und Unsicherheit. Investierte Anleger bleiben dabei, sollten die Entwicklung aber eng verfolgen.
FAQs
Warum steht die Commerzbank-Aktie unter Druck?
Die Aktie reagiert auf die neue Eskalation im Übernahmekampf mit der UniCredit. Anleger bewerten neben der Übernahmefantasie auch die wachsende Unsicherheit im Verfahren.
Was kritisiert die Commerzbank an der UniCredit?
Die Commerzbank zweifelt an der Aussagekraft der angedienten Aktien. Aus ihrer Sicht stammen viele Papiere von Banken, mit denen die UniCredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Aktie bleibt chancenreich, aber riskanter. Entscheidend ist jetzt, ob die UniCredit ihren rechnerischen Einfluss tatsächlich in Kontrolle ummünzen kann.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 14:35