Die Aktie von MSCI bescherte Anlegern über Jahre hohe Gewinne und war meist noch eine bessere Wahl als ein breit gestreuter ETF der Firma. Doch mit den gestern veröffentlichten Quartalszahlen hat der Vorstand gepatzt, die Aktie ist abgetaucht.
Kurz und knapp
• MSCI verfehlte beim Umsatz und Gewinn die Erwartungen; die Aktie verlor rund zehn Prozent.
• Das Unternehmen hob wegen Übernahmen und höherem Wachstum seine Kostenziele an.
• Die Kundenbindungsrate überzeugte, dennoch sollten Neueinsteiger wegen des angeschlagenen Chartbilds vorsichtig sein.
MSCI ist der Konzern, der hinter der gleichnamigen Indexfamilie steht, die beispielsweise den MSCI World auflegt. ETFs auf diesen Benchmark-Index finden sich in vielen Depots; gerade zur Altersvorsorge sind sie sehr beliebt. MSCI hat daran über Jahre kräftig verdient, doch nun hat der Konzern die Märkte enttäuscht.
Mit der Aktie ging es nach den Zahlen gestern um rund zehn Prozent nach unten. Denn die Erwartungen wurden in mehrfacher Hinsicht verfehlt. Der Umsatz stieg zwar zwischen April und Juni um zwölf Prozent auf 867 Millionen Dollar, aber der Markt hatte 870,7 Millionen Dollar auf dem Zettel. Gleiches Spiel beim Gewinn: Statt eines Überschusses je Aktie von 4,99 Dollar wurden nur 4,94 Dollar präsentiert.
Nicht gut kam auch an, dass das Kostenziel für das laufende Jahr nun steigt. Hatte der Vorstand bisher noch eine Range von 1,49 bis 1,53 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, so geht er nun von 1,54 bis 1,58 Milliarden Dollar aus. Hintergrund sind jüngste Übernahmen wie die von First Street für 120 Millionen Dollar und ein deutlich schnelleres Umsatzwachstum als erwartet. Das treibt nun ebenfalls die Kosten.
Positiv entwickelte sich indes die Kundenbindungsrate mit 95,3 Prozent, die über den Erwartungen von 94,6 Prozent lag. Das ist wichtig, da MSCI immer mehr Abomodelle im Softwarebereich anbietet. Die höhere bereinigte EBITDA-Marge von 62,1 Prozent lag zwar über dem Vorjahreswert von 61,4 Prozent, aber ebenfalls unter der Marktprognose von 62,9 Prozent.
MSCI ist in einem spannenden Geschäftsbereich unterwegs. Zuletzt hatten aber Sorgen vor einer Disruption durch Künstliche Intelligenz auf den Aktienkurs gedrückt. Nun hat das Unternehmen bei den jüngsten Quartalszahlen enttäuscht. Investierte Anleger bleiben an Bord, auch aufgrund des angeschlagenen Chartbildes ist von einem Neueinstieg aber aktuell abzusehen.
22.07.2026, 11:12
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