Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
06.03.2020 Fabian Strebin

Commerzbank rüstet sich für den Katastrophenfall: Aktie stürzt brutal ab und findet keinen Boden!

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Commerzbank

Die satten Gewinne vom Jahresbeginn sind bei der Commerzbank-Aktie passé. Schlimmer noch, der Kurs ist gestern auf ein neues Allzeittief bei 4,56 Euro gesunken. Im vorbörslichen Handel ging es heute bereits weiter bergab im freien Fall. DIe Verluste weiten sich im Handel aus. Während für die starken Kursverluste die möglichen Folgen des Coronavirus verantwortlich sind, rüstet sich die Commerzbank nun selbst für den Ernstfall.

In London gab es diese Woche bei der HSBC den ersten Fall von Coronavirus. Die Hypo-Vereinsbank meldete laut Bloomberg einen Verdachtsfall bei einem Dienstleister in München. Somit scheint die Pandemie auch bei den Banken angekommen zu sein. Sie trifft das Virus gleich doppelt. Denn die Institute erfüllen mit dem Zahlungsverkehr und der Abwicklung des Wertpapierhandels wichtige Funktionen in einer Volkswirtschaft.

Faule Kredite dürften steigen

Zum anderen fürchten sich Investoren vor den langfristigen Folgen für die deutschen Großbanken. Deutsche Bank und Commerzbank befinden sich beide im Umbau, bereits in wirtschaftlich guten Zeiten fiel es ihnen schwer, Gewinne zu erzielen. Nun kommt die Gefahr von faulen Krediten hinzu, die im Ernstfall einen Teil das Eigenkapital auffressen könnten.

Zinsen im Sinkflug

Auch die expansive Geldpolitik ist ein Problem: Kämpfen die Banken schon jetzt mit den Negativzinsen, so sind weitere Tiefs wegen der konjunkturellen Eintrübung nur eine Frage der Zeit. Damit schwinden die Einnahmen der Institute weiter dahin. Die Bafin betont, dass man in engem Austausch mit Banken und anderen Finanzmarktakteuren stehe, so das Handelsblatt.

Commerzbank bereitet sich vor

Die Commerzbank selbst verschärft mittlerweile Notfallmaßnahmen. Ein Sprecher bestätigte gegenüber dem Handelsblatt, dass man in Deutschland Teams aus wichtigen Bereichen in Gruppen aufgeteilt habe. So wolle man verhindern, dass bei einem Ausbruch des Coronavirus das komplette Team ausfalle. In Asien sei man bereits vor rund einem Monat so verfahren, in Norditalien vor zwei bis drei Wochen. Zusätzlich wurde die Möglichkeit vom Home-Office aus zu arbeiten ausgeweitet.

Die Commerzbank ist gestern auf einen neues Allzeitteif von 4,56 Euro gefallen. Doch das dürfte noch nicht der Tiefpunkt sein. Breitet sich das Virus weiter aus, bleiben die Kurse der Bankaktien wohl unter Druck. Anleger greifen nicht in das fallende Messer und halten die Füße still.

Commerzbank (WKN: CBK100)