Zwischen der Commerzbank und der UniCredit finden Gespräche auf verschiedenen Ebenen statt. Das offenbarte der Commerzbank-Aufsichtsratsvorsitzende Jens Weidmann in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Zur Rolle, die der Bund zukünftig noch spielen sollte, hat Weidmann eine klare Meinung.
- Commerzbank und UniCredit sprechen über technische Fragen, die Übernahme und den rechtlichen Rahmen.
- Jens Weidmann hält einen späteren Ausstieg des Bundes für sinnvoll, will ihn aber vorerst an Bord behalten.
- Im vierten Quartal dürfte die EZB grünes Licht geben; danach hält UniCredit rund die Hälfte der Anteile.
Bei den Gesprächen gehe es um technische Fragen, darum, was nach der Genehmigung zur Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit geschehe, und auch um den rechtlichen Rahmen. „Die Tür für strategische Gespräche ist aus unserer Sicht geöffnet“, so Weidmann. Aus seiner Sicht sei nach einer „nicht immer konstruktiven Phase“ nun Zeit notwendig, um Vertrauen aufzubauen, damit grundlegende Fragen sinnvoll diskutiert werden könnten.
Nachdem UniCredit-Chef Andrea Orcel zuletzt bei der Präsentation der Quartalszahlen einen Dialog mit den Stakeholdern der Commerzbank ankündigte, den Vorstand aber dabei nicht nannte, ist unklar, wie hier der letzte Stand ist. CEO Bettina Orlopp hatte noch in diesem Monat erneut ihre Bereitschaft zu Gesprächen erklärt.
Weidmann hat sich auch klar zur Rolle des Bundes geäußert. Zuletzt gab es Gerüchte, dass dieser seinen Anteil unter Bedingungen an die Italiener verkaufen könnte. Der Aufsichtsratsvorsitzende begrüßt perspektivisch einen Ausstieg des Staates, allerdings zum richtigen Zeitpunkt. Vorerst sei es sinnvoll, dass der Bund im Boot bleibe, „um die Interessen des Standorts Deutschlands aktiv zu vertreten“.
Spätestens im vierten Quartal dürfte die EZB grünes Licht für die Übernahme der im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots diesen Sommer vereinnahmten Aktien geben. Dann hält die UniCredit rund die Hälfte der Anteile. Richtig spannend wird es erst dann, wie die Italiener weiter vorgehen. Für Anleger können sich dabei noch Chancen bieten, daher bleibt es dabei: Wer bereits investiert ist, ändert nichts.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 08:02
Bei Google bevorzugen