22.01.2015 Thomas Bergmann

DAX vor EZB-Sitzung auf Rekordfahrt - jetzt schnell einsteigen?

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DAX
Trendthema

Der deutsche Aktienmarkt hat am späten Mittwochnachmittag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 10.300 Punkten überwunden und am Ende mit 10.299 Zählern geschlossen. Vorausgegangen waren neue Details zum QE-Programm der EZB, die in Frankfurt die Runde machten. Das Überraschungspotenzial am Donnerstag - um 14:30 Uhr wird EZB-Präsident Mario Draghi die nächsten Schritte vorstellen - ist damit deutlich begrenzt.

50 Milliarden pro Monat?

Die EZB denkt Kreisen zufolge darüber nach, bis Ende 2016 monatlich 50 Milliarden Euro an Zentralbankgeld in die Märkte zu pumpen. Dies sehe ein Vorschlag des EZB-Direktoriums vor, der dem geldpolitischen Rat vorgelegt werden solle, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit dem Papier vertraute Personen. In der Summe wären das 1,1 Billionen Euro.

Demnach sollen sich die Wertpapierkäufe, mit denen sich die EZB gegen die Wachstums- und Inflationsschwäche im Euroraum stemmen will, auf Staatsanleihen konzentrieren und nicht vor März beginnen.

Fed als Vorbild

Die EZB orientiere sich beim Aufkauf von Staatsanleihen offensichtlich an der Vorgehensweise der US-Notenbank Fed, die auch monatlich Anleihen erworben habe, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Dies schaffe Transparenz sowie Klarheit und Berechenbarkeit. Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank ergänzte: "Die EZB kleckert also nicht, sondern klotzt". Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner meinte, dass die Finanzmärkte mit der sich abzeichnenden Lösung leben könnten. Jetzt sei noch die Frage offen, welche Anleihen beziehungsweise Vermögensgegenstände von wem gekauft werden können.

Buy the rumors, sell the facts

Mancher Marktexperte sieht den DAX bei 10.400 Punkten nach oben gedeckelt. Auch DER AKTIONÄR kann sich vorstellen, dass der Leitindex nach der EZB-Sitzung erst einmal durchatmet und Gewinnmitnahmen dominieren. Massive Rücksetzer sind aber nicht zu erwarten, da die Notenbanker auch weiterhin den Markt mit billigem Geld fluten werden und es keine Alternativen zu Aktien gibt. Aus trading-technischer Sicht sollte aber erst einmal die Rede Draghis abgewartet werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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