Booking Holdings legt heute nach US-Börsenschluss, also nach 22 Uhr deutscher Zeit, die Zahlen zum dritten Quartal vor. Die Wall Street erwartet einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,49 Dollar und einen Umsatz von 9,54 Milliarden Dollar. Die Aktie geht mit einem Abschlag von 30,2 Prozent zum 52-Wochen-Hoch in den Termin.
Booking-Aktie: Was erwartet die Wall Street von den Zahlen?
Gemessen am Vorjahresquartal mit 3,98 Dollar Gewinn je Aktie und 9,01 Milliarden Dollar Umsatz entspricht der Konsens einem Gewinnplus von 12,8 Prozent und einem Umsatzplus von 5,9 Prozent. Die Analysten rechnen damit am oberen Rand der Firmenprognose: Im August hatte das Management für das Q3 vier bis sechs Prozent Umsatzwachstum in Aussicht gestellt, inklusive rund einem Prozentpunkt Gegenwind durch Wechselkurse.
Die wichtigste Zahl heißt jedoch Übernachtungen. Booking plant hier nur drei bis fünf Prozent Plus, nach acht Prozent im Vorjahresquartal und fünf Prozent im Q2. Der Grund ist der Nahost-Konflikt: Teure Flüge und gestrichene Verbindungen bremsen die Fernreisen, Inlandsreisen wachsen dagegen im hohen einstelligen Bereich.
Der Kursrutsch hat allerdings mehr Ursachen als das Quartal. Am 9. September bestätigte das Gericht der Europäischen Union das Verbot der Übernahme des Flugvermittlers Etraveli. Zwei Wochen später schürte Metas KI-Agent Muse die Sorge, Reisende könnten an den Buchungsportalen vorbeibuchen. Dagegen steht das Geschäft: Booking hat die Erwartungen sechs Quartale in Folge übertroffen und allein im Q2 eigene Aktien für 3,7 Milliarden Dollar zurückgekauft.
Chart in EURO
In Frankfurt notiert die Aktie aktuell bei 137,1 Euro, ein Minus von 0,72 Prozent zum Vortag. Erster Widerstand ist die 50-Tage-Linie bei 148,41 Euro, der Kurs liegt 7,62 Prozent darunter. Sie ist bereits unter die 200-Tage-Linie bei 152,2 Euro gerutscht, der Abstand dorthin beträgt 9,92 Prozent. Noch höher verläuft die 100-Tage-Linie bei 156,88 Euro, der Kurs liegt 12,6 Prozent darunter. Die Unterstützung bildet die Zone um 130 Euro, an der die Aktie im Februar und im Mai 2026 nach oben drehte. Ein Schlusskurs unter 130 Euro würde diese Bodenzone brechen, ein Sprung über die 50-Tage-Linie dagegen den Abwärtstrend seit dem Sommerhoch erstmals durchbrechen.
Bei einem KGV von 12 auf Basis der Gewinnschätzung für 2027 ist viel Skepsis im Kurs. Entscheidend wird deshalb der Ausblick auf das Schlussquartal sein.
Booking ist eine laufende Empfehlung des AKTIONÄR, der Stopp bei 120 Euro sollte beachtet werden.
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