Die Booking-Aktie hat am Mittwoch fünf Prozent verloren. Auf Monatssicht summiert sich der Kursverlust damit bereits auf gut ein Viertel. Die Angst: Der neue KI-Agent Muse von Meta könnte dem Reiseplattform-Betreiber das Geschäft streitig machen. Bieten Angebot, Buchungsabwicklung und Kundenservice von Booking noch einen echten Vorteil? DER AKTIONÄR prüft Burggraben und Bewertung.
"Suche ein Hotel im Zentrum von New York in der Nähe des Times Square, kostenlos stornierbar, für höchstens 300 Dollar pro Nacht inklusive Frühstück." Diesen Prompt einmal abgeschickt, macht sich Muse an die Arbeit: Der KI-Agent durchsucht selbstständig Hotelangebote, gleicht Lage, Preis, Verpflegung sowie Stornierungsbedingungen ab und präsentiert anschließend eine Liste mit passenden Treffern. Nach Freigabe kann er sogar die Buchung durchführen. Denn Metas neuer digitaler Handlanger handelt völlig eigenständig im Web: Websites aufrufen, Live-Daten auswerten, Angebote vergleichen, Reservierungen tätigen und Einkäufe direkt aus dem Chat abschließen – alles kein Problem. Wie groß der Hebel für Umsatz und Gewinn von Meta sein könnte und was die Wall Street der Aktie jetzt zutraut, lesen Sie hier.
Jefferies-Analyst Brent Thill sieht in Muse bereits "alle Anzeichen einer Killer-App". Seit dem 8. September ist Muse in den USA verfügbar. Zwei Wochen später wurde die App mehr als 2,8 Millionen Mal heruntergeladen und steht in den USA sowohl im App Store als auch im Play Store auf Platz 1. Das Problem für Reiseportale beginnt dort, wo Muse die Beziehung zum Kunden übernimmt. Wer Suchen, Filtern und Buchen einem KI-Agenten überlässt, braucht die bekannten Anlaufstellen à la Booking oder Expedia künftig nicht mehr. Booking ist deshalb aber noch lange nicht aus dem Spiel.
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