Die Uhr tickt. Am 10. November findet die Jahrespressekonferenz von Infineon erstmals auf der electronica in München statt. Die Leitmesse gilt als wichtiger Impulsgeber für die internationale Elektronikbranche. Investoren achten insbesondere auf die weitere Entwicklung und auf Aussagen zur Nachfrage im Zusammenhang mit KI-Rechenzentren. Kann Vorstandschef Jochen Hanebeck der zuletzt arg gebeutelten Aktie wieder in die Spur helfen?
Wie andere Technologiekonzerne geriet auch die Infineon-Aktie in den vergangenen Wochen unter Druck. Investoren stellen zunehmend die Frage, wie nachhaltig die milliardenschweren KI-Investitionen insbesondere in den USA sind und ob sie sich jemals entsprechend in Profitabilität ummünzen lassen. Zudem könnten Chiphersteller zu große Produktionskapazitäten aufbauen.
Die DAX-Aktie hat vom Hoch der vergangenen drei Monate aus rund ein Fünftel an Wert eingebüßt. Allerdings hat der KI-Boom die Aktie zuvor auch massiv beflügelt. So kommt das Infineon-Papier im laufenden Jahr auf einen Kursgewinn von ebenfalls gut einem Fünftel.
Doch was braucht es konkret, damit die Aktie nach dem scharfen Rücksetzer wieder nachhaltig steigt? Zunächst einmal das passende Marktumfeld. Die Stimmung in der Branche war in den vergangenen Wochen alles andere als rosig. Doch nach dem reinigenden Gewitter in der vergangenen Woche könnte die Stimmung nun wieder drehen.
Die Prognosen stehen
Aus Sicht des AKTIONÄR ist bei der Infineon-Aktie mittlerweile zu viel Pessimismus eingepreist. Der Konzern befindet sich weiterhin auf einem profitablen Wachstumspfad. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26, das am 30. September endete, stellt der Vorstand bei einem angenommenen EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 ein Umsatzplus von 13 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 4,7 Milliarden Euro in Aussicht. Für die Segmentergebnismarge wird ein Anstieg um 3,9 Prozentpunkte auf rund 23 Prozent erwartet. Damit liegt die Prognose weitgehend im Rahmen der Analystenschätzungen.
Die Margenverbesserung dürfte vor allem auf die operative Hebelwirkung des höheren Volumens und ein günstigeres Preisumfeld zurückzuführen sein. Insgesamt sollte Infineon damit die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 erreichen: Sie sieht einen Umsatzanstieg von rund elf Prozent auf etwa 16,3 Milliarden Euro und eine Segmentergebnismarge von knapp 20 Prozent vor.
Ausblick im Fokus
Viel mehr Aufmerksamkeit dürften Investoren dem Ausblick schenken. DER AKTIONÄR rechnet mit einem Umsatzanstieg um 22 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro. Auch ein deutlicher Anstieg der Segmentergebnismarge auf 24,9 Prozent erscheint möglich.
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