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10.11.2020 Andreas Deutsch

Amazon droht hohe Strafe – Anleger im Stress

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Amazon muss eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der EU fürchten. Nach dem vorläufigen Ergebnis von Untersuchungen der EU-Kommission missbraucht das amerikanische Unternehmen seine Marktmacht und verstößt damit gegen Kartellvorschriften. Die Amazon-Aktie reagiert mit einem Minus von 2,4 Prozent.

Die EU-Kommission wirft Amazon vor, nicht-öffentliche Geschäftsdaten von unabhängigen Händlern systematisch für das eigene Einzelhandelsgeschäft zu nutzen. Der US-Konzern baue damit seine beherrschende Stellung im Bereich der Marktplatz-Dienste in Frankreich und Deutschland aus und vermeide die normalen Geschäftsrisiken, die mit dem Wettbewerb im Einzelhandel verbunden sind.

Amazon hat nun die Möglichkeit, sich zu den Beschwerdepunkten zu äußern. Bleiben die Wettbewerbshüter danach bei ihrer Einschätzung, könnte auf den Konzern eine milliardenschwere Strafzahlung zukommen.

Wenn Unternehmen gegen die Wettbewerbsvorschriften der EU verstoßen, riskieren sie Geldbußen in Höhe von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Die Erlöse von Amazon beliefen sich 2019 auf rund 281 Milliarden Dollar.

Amazon wies am Dienstag die Vorwürfe aus Brüssel zurück. „Amazon macht weniger als ein Prozent des weltweiten Einzelhandels aus – und es gibt in jedem Land, in dem wir tätig sind, größere Einzelhändler", erklärte der Konzern.

Kein Unternehmen kümmere sich mehr um kleine Händler oder habe in den vergangenen zwanzig Jahren mehr für ihre Unterstützung getan als Amazon, so das Unternehmen weiter.

Amazon.com (WKN: 906866)

Erst die Meldung vom Super-Impfstoff, nun die drohende Milliardenstrafe – das Sentiment bei Amazon hat sich merklich verschlechtert. Aus charttechnischer Sicht droht kurzfristig weiterer Stress, sowohl die 50- als auch die 100-Tage-Linie sind gerissen. Mittel- bis langfristig ist die Amazon-Investmentstory aber intakt. Nach Corona werden Millionen Menschen den Service des Unternehmens nicht mehr missen wollen. Ergo: Dips sind Kaufchancen für Langfrist-Anleger. 

(Mit Material von dpa-AFX) 


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