Sieben neue Highflyer: Nach Apple, Tesla & Co
07.02.2020 Nikolas Kessler

Wirecard: War’s das mit der Erholungsrallye?

-%
Wirecard

Die Aktie von Wirecard hat seit Jahresbeginn fast 30 Prozent zugelegt sich dabei wieder der Marke von 140 Euro angenähert. Während viele Anleger und Analysten darin erst der Anfang einer Comeback-Rallye sehen, ist das Kurspotenzial des DAX-Titels nach Einschätzung der Schweizer UBS damit bereits ausgeschöpft.

Am Donnerstag hat UBS-Analyst Hannes Leitner sein „Neutral“-Rating für die Wirecard-Aktie mit einem fairen Wert von 136 Euro bestätigt. Nach dem jüngsten Anstieg signalisiert er mit diesem Kursziel nun sogar gute zwei Prozent Rückschlagrisiko.

Der Grund: Wenn Wirecard am nächsten Freitag (14. Februar) die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht, rechnet Leitner nicht mit größeren Überraschungen. Er erwartet ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 790 Millionen Euro – was etwa in der Mitte der Unternehmensprognose und exakt auf einer Linie mit den Erwartungen der übrigen Analysten liegt.

Bezüglich der laufenden Bilanz-Sonderprüfung durch KPMG, die laut Wirecard noch im ersten Quartal abgeschlossen werden soll, erwartet der UBS-Analyst in der nächsten Woche ebenfalls noch keine Updates.

Die Bullen sind in der Überzahl

Die große Mehrheit der Analysten ist jedoch deutlich optimistischer, was die weitere Entwicklung der Wirecard-Aktie betrifft. Von den 29 Experten, die den Zahlungsabwickler nach Daten von Bloomberg derzeit covern, empfehlen 21 den Kauf der Aktie. Dem stehen lediglich sieben Halte- und sogar nur eine Verkaufsempfehlung gegenüber. 

Bloomberg

Das durchschnittliche Kursziel für die nächsten zwölf Monate liegt bei 190,87 Euro – und damit rund 37 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.

Auch DER AKTIONÄR sieht bei Wirecard noch Luft nach oben. Das nächste Kursziel liegt bei 160 Euro. Wenn sich die Bilanz-Vorwürfe durch die Sonderprüfung wie erwartet in Wohlgefallen auflösen und die zahlreichen neuen Partnerschaften weiterhin für operatives Wachstum sorgen, ist mittelfristig aber auch eine Rückkehr in den Bereich des Allzeithochs bei 199 Euro und darüber hinaus drin.

Wirecard (WKN: 747206)

DER AKTIONÄR setzt auf im Aktien-Musterdepot bereits seit April 2019 auf dieses Szenario, seit November steht die Wirecard-Aktie auch wieder auf der Empfehlungsliste. Mutige Neueinsteiger können sich auf dem derzeitigen Niveau noch an der Comeback-Wette beteiligen, sollten sich aber vor den Zahlen und speziell im Zuge der Sonderprüfungs-Ergebnisse auf erhöhte Volatilität einstellen. 

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6