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18.06.2020 Martin Mrowka

Wirecard-Konkurrent Adyen: Rekordhoch!

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Adyen

Der im DAX gelistete Zahlungsdienstleister Wirecard gerät offenbar immer stärker in einen Skandal aus Bilanz-Verfehlungen, Betrug und Öffentlichkeitsarbeit-Peinlichkeiten. Unterdessen zeigt sich der ehemals kleinere Konkurrent aus den Niederlanden von seiner besten Seite: Am Donnerstag schießt die Adyen-Aktie auf ein neues Rekordhoch.

Während die Anleger von Wirecard mit einer Kurshalbierung am Donnerstag einen ihrer schwärzesten Börsentage erleben, können sich die Anleger anderer Zahlungsabwickler wie Adyen oder auch Worldline und Ingenico freuen. Adyen setzten ihren Rekordlauf fort und kletterten zwischenzeitlich bis auf knapp unter 1.300 Euro, womit ihr Börsenwert auf 39,2 Milliarden Euro stieg. Zu Jahresbeginn noch waren sie noch für um die 730 Euro zu haben gewesen - ein Plus also von fast 80 Prozent.

Womöglich spekulieren Investoren, dass Adyen vom Wirecard-Desaster profitieren könnte. So könnten Kunden womöglich auf die Konkurrenz ausweichen, erwarten Analysten, denn auch Reputation spiele eine Rolle, wenn es um Zahlungsabwicklungen geht.

Adyen (WKN: A2JNF4)

Im Cac 40 geben Worldline-Aktien heute zwar nach, doch auch sie befinden sich jüngst wieder auf dem Weg in Richtung ihrer Rekordhochs aus der ersten Jahreshälfte.

Gegen Adyen allerdings sind Worldline mit einem Börsenwert von 13 Milliarden Euro und Ingenico mit einem von knapp 8,5 Milliarden Euro noch eher klein.

Wirecards Börsenwert sackte derweil auf nur noch knapp fünf Milliarden Euro ab, nachdem der deutsche Zahlungsabwickler wegen erneuter Bilanzverschiebung bei den Anlegern in Misskredit geriet. Grund der Verschiebung ist die Verweigerung eines Testats durch EY wegen Unstimmigkeiten bei Treuhandkonten. Offenbar fehlen Nachweise für 1,9 Milliarden Euro. Wirecard will deswegen Strafanzeige erstatten. Es droht der Abstieg aus dem DAX. (Mit Material von dpa-AFX)

Die Aktie von Adyen war während des Corona-Crashs ebenfalls etwas unter die Räder bekommen, hat die Delle aber längst hinter sich gelassen und profitiert nun auch vom Desaster bei Wirecard. DER AKTIONÄR hatte sie bislang leider nur auf der Beobachtungliste. Eine Neubewertung steht an. Adyen scheint derzeit etwas überkauft, hat sich zu weit von der 200-Tage-Linie entfernt. Nach einer Korrektur unter 1.200 Euro können risikobewusste Anleger sich aber ein paar Stücke zulegen.