Machen Sie jetzt den Stresstest für Ihr Depot
Foto: Börsenmedien AG
13.04.2015 Thomas Bergmann

Wincor Nixdorf - jetzt kommt's knüppeldick!

-%
Wincor Nixdorf

Vor wenigen Tagen hatte sich Wincor Nixdorf noch als Übernahmeziel ins Gespräch gebracht und damit einen gewaltigen Kurssprung ausgelöst. Doch am Freitagabend folgte eine Horrormeldung: Der Vorstand spricht eine Umsatz- und Gewinnwarnung aus. Das "Sahnehäubchen" ist eine Verkaufsempfehlung der Commerzbank.

Probleme im Hardware-Sektor

Nach der enttäuschenden ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres rechnet Wincor Nixdorf nicht mehr mit einem Umsatz- und Ergebnisplus für 2014/2015. Nach sechs Monaten liegt das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen beim Umsatz um zwei Prozent und beim operativen Ergebnis EBITA um 31 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Wesentliche Ursache für die rückläufige Entwicklung sind schrumpfende Hardware-Umsätze, die durch Erlöse bei Software und IT-Services nicht kompensiert werden konnten.

Um den Entwicklungen auf dem Hardware-Sektor  entgegenzusteuern, werde ein Restrukturierungsprogramm inklusive Kapazitätsanpassungen und Kostenreduzierungen eingeleitet. Ziel des Programms sei es, den Ausbau bei Software und IT-Services zu forcieren.

Commerzbank sagt "Verkaufen"

Die Analysten der Commerzbank haben umgehend reagiert und die Aktie herabgestuft. Das Kursziel wurde um zwölf auf 30 Euro gesenkt. Das Rating lautet folgerichtig auf "Verkaufen".

Katastrophe

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Doch warum sollte eine Übernahme nicht mit einer solchen Meldung vorbereitet werden? Diese wäre jetzt deutlich günstiger zu finanzieren. Sollten sich die Übernahmespekulationen aber in Luft auflösen, wird es Wincor Nixdorf auf absehbare Zeit sehr schwer haben, die 40-Euro-Marke wiederzusehen. Der Stopp des AKTIONÄR wurde folglich aktiviert.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Wincor Nixdorf - €
DAX - Pkt.

Buchtipp: Stock-Picking mit Nebenwerten

Jeder Anleger kennt die Werte aus den großen Indizes. Außerhalb von DAX, MDAX und TecDAX nimmt die Coverage jedoch drastisch ab. Schon im SDAX werden nicht alle Titel regel­mäßig analysiert und wenn, dann nur von wenigen Experten. In ihrem zeitlosen, nun unverändert neu aufgelegten Klassiker „Stock-Picking mit Nebenwerten“ zeigt die im September 2020 verstorbene Börsenexpertin Beate Sander, wie Anleger erfolgreich auf die Suche nach interessanten Nebenwerten gehen können. Die Small-Cap-Indizes einfach durch Zertifikate nachzubilden dürfte angesichts der vergangenen Kurssteiger­ungen nicht mehr lohnend sein. Die gezielte Auswahl aussichtsreicher und unterbewerteter Papiere wird aber lukrativ bleiben. Dafür liefert Beate Sander gewohnt eloquent und kompetent das nötige Rüstzeug.
Stock-Picking mit Nebenwerten

Autoren: Sander, Beate
Seitenanzahl: 304
Erscheinungstermin: 15.07.2021
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-785-8