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Wall Street: Neue US‑Daten senden unterschiedliche Signale

Wall Street: Neue US‑Daten senden unterschiedliche Signale
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Jan-Paul Fóri Heute, 15:00 Jan-Paul Fóri

An der Wall Street zeichnet sich am Donnerstag ein freundlicher Handelsstart ab. Im Hintergrund liefern die neusten US-Konjunkturdaten jedoch unterschiedliche Signale. Grund: In den USA sind die Erzeugerpreise stärker gestiegen als erwartet. Gleichzeitig lag auch die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe über den Prognosen. 

• Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lag über den Erwartungen 
• Die US-Erzeugerpreise sind zuletzt stärker als erwartet gestiegen
• Die Fed dürfte kommende Woche eine Zinspause verkünden.

Am Donnerstagnachmittag hat das Bureau of Labor Statistics (BLS) die neuesten US-Erzeugerpreise für den Mai vorgelegt – und die Zahlen haben es in sich. Der Producer Price Index (PPI), der als zuverlässiger Frühindikator für die allgemeine Konsumenteninflation (CPI) gilt, stieg im Monatsvergleich um satte 1,1 Prozent an. Ökonomen hatten im Vorfeld im Konsens lediglich mit einem moderaten Plus von 0,7 Prozent gerechnet.

Damit klettert die jährliche Erzeugerpreis-Inflationsrate auf 6,5 Prozent. Das ist der höchste Stand seit November 2022! Die Hoffnung, dass das Schreckgespenst Inflation nachhaltig besiegt sei, erleidet damit einen herben Dämpfer.

Ein genauerer Blick in das Zahlenwerk liefert immerhin einen kleinen Funken Hoffnung für die Märkte. Schließt man die volatilen Komponenten für Nahrungsmittel und Energie aus, stieg die sogenannte Kernrate (Kern-PPI) im Monatsvergleich um 0,4 Prozent. Das liegt minimal unter der Konsensprognose der von Dow Jones befragten Experten, die mit 0,5 Prozent gerechnet hatten. 

Arbeitsmarkt sendet leichte Entlastungssignale

Flankiert wurden die Inflationsdaten von den wöchentlichen US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die zeitgleich über die Ticker liefen. Hier gab es eine leichte Abschwächung: Die Zahl der Erstanträge stieg in der Woche zum 6. Juni um 4.000 auf 229.000. Auch der Vier-Wochen-Schnitt kletterte leicht nach oben auf 219.000.

Ein schwächelnder Arbeitsmarkt ist in der aktuellen Logik der Notenbank paradoxerweise ein gutes Zeichen, da er den Lohndruck mindert. Doch die minimale Abkühlung am Jobmarkt dürfte kaum ausreichen, um das heiße Inflations-Signal der Erzeugerpreise zu neutralisieren. 

Infront DowJones (WKN: 969420)

Was bedeutet das für die Wall Street?

Die US-Notenbank Fed dürfte die Zahlen aufmerksam studieren. Für den in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheid der Fed erwartet der Markt eine Zinspause. Damit dürfte die Spanne für die Leitzinsen unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent liegen. Vorbörslich zeigen sich die Anleger von den Daten wenig beeindruckt: Die Futures notierten allesamt leicht im Plus. 

Vorerst besteht kein Grund zur Sorge. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass die Fed die Zinsen stabil halten wird. 

FAQs

Warum sind die Erzeugerpreise für Anleger so wichtig?
Die Erzeugerpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Steigende Kosten auf Produzentenebene werden häufig zeitverzögert an die Endkunden weitergegeben. Fällt der PPI höher aus als erwartet, steigt die Sorge, dass die Inflation hartnäckiger bleibt als bislang angenommen. Das könnte die Spielräume der US-Notenbank für Zinssenkungen einschränken.

Weshalb sind steigende Arbeitslosenanträge aktuell kein schlechtes Zeichen?

In normalen Zeiten gelten höhere Arbeitslosenanträge als Warnsignal für eine schwächere Wirtschaft. Derzeit betrachtet die Fed eine moderate Abkühlung des Arbeitsmarktes jedoch durchaus positiv. Ein weniger angespannter Arbeitsmarkt könnte den Lohndruck verringern und damit helfen, die Inflation einzudämmen. Entscheidend ist allerdings, dass die Abschwächung nicht zu stark ausfällt und die Wirtschaft nicht in eine Rezession abrutscht.

Was bedeuten die neuen Daten für die nächste Fed-Sitzung?
Die jüngsten Konjunkturdaten ändern voraussichtlich nichts an den Erwartungen für die kommende Fed-Sitzung. Die meisten Marktteilnehmer rechnen weiterhin mit einer Zinspause. Allerdings könnten die überraschend starken Erzeugerpreise die Notenbank dazu veranlassen, ihre Kommunikation vorsichtiger zu gestalten. Die Aussicht auf schnelle und umfangreiche Zinssenkungen dürfte durch die aktuellen Inflationssignale jedenfalls nicht größer geworden sein.

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