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23.09.2015 Michael Schröder

VW-Aktie mit Gegenbewegung: Strohfeuer oder Chance des Jahres?

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Volkswagen

Die VW-Aktie kann ihre jüngste Talfahrt stoppen – vorerst. Der Autobauer hatte am Wochenende zugegeben, jahrelang die Abgasmessungen bei Dieselfahrzeuge in den USA manipuliert zu haben. Es drohen milliardenschwere Strafzahlungen, hohe Rückstellungen – und ein enormer Imageschaden. Das VW-Präsidium berät in Krisensitzung über die möglichen Konsequenzen aus der Affäre.

Zum Handelsstart hatte sich der Abwärtstrend der vergangenen Tage für VW zunächst fortgesetzt. Im Tief rutschten die DAX-Papiere bis auf 95,51 Euro ab. Im Vergleich zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag hat die VW-Vorzugsaktie damit über 40 Prozent an Wert eingebüßt. Im Anschluss trieben Schnäppchenjäger den Kurs wieder in den dreistelligen Bereich. Im Hoch ging es bis zum Mittag sogar wieder bis über 111 Euro. Nach dem jüngsten Kursrutsch wird die Aktie mit einem 2016er-KGV von 6 bewertet - auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen. Bleibt die Frage, wie lange die auf diesem Niveau aufrecht erhalten werden können.

Mittlerweile hat sich eine Reihe von Analysten zu Wort gemeldet. Das Gros hat dabei das Kursziel für die VW-Aktie gesenkt. Parallel suchen die obersten Aufseher von Europas größtem Autokonzern einen Weg aus der tiefen Vertrauenskrise. Das fünfköpfige Präsidium des Aufsichtsrats traf sich am Mittwoch in Wolfsburg, um über Konsequenzen aus der Affäre zu beraten. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. An der Sitzung nehmen der Interimsvorsitzende des Präsidiums, Berthold Huber, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Großaktionärs-Vertreter Wolfgang Porsche sowie Betriebsratschef Bernd Osterloh und dessen Stellvertreter Stephan Wolf teil. Inzwischen ist auch Vorstandschef Martin Winterkorn dazugekommen.

Im Mittelpunkt stehen personelle Konsequenzen aus der Affäre um manipulierte Messungen beim Schadstoffausstoß von Dieselmotoren. Dabei geht es auch um die berufliche Zukunft von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn. Dieser steht infolge des Skandals, der nach Konzernangaben rund elf Millionen Fahrzeuge betrifft, massiv unter Druck. Die für diesen Freitag geplante vorzeitige Verlängerung des Vertrags für den bestbezahlten DAX-Manager ist nach wie vor ungewiss.

Das AKTIONÄR-Fazit hat Bestand. Der Markt hat die VW-Aktie kräftig abgestraft. Sicher scheint es reizvoll, nach so einem deutlichen Kursrutsch bei Kursen zwischen 95 und 110 Euro zuzugreifen. Aber ist das Ende der Fahnenstange wirklich schon erreicht? Oder kommt das dicke Ende in Form von gewaltigen Schadensersatzklagen und -zahlungen noch? Ob das Chance-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau gut ist, kann derzeit niemand genau sagen. DER AKTIONÄR bevorzugt bei Auto-Aktien weiter die Papiere von Daimler.

(Mit Material von dpa-AFX)

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