Vonovia: Dringender Appell an die Politik

Vonovia: Dringender Appell an die Politik
Foto: Star Media/Imago
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Michael Herrmann Heute, 14:25 Michael Herrmann

Vonovia-Chef Luca Mucic sorgt mit einem Vorstoß zur Mietregulierung für Diskussionen. Er fordert eine stärkere soziale Differenzierung und plädiert für ein Modell, das regulierte und freie Mietsegmente kombiniert. Für Anleger ist das nicht nur ein politisches Signal. Berenberg sieht in der Aktie indes weiter einen klaren Kauf.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Vonovia-Chef Luca Mucic fordert eine Reform der Mietregulierung mit stärkerer sozialer Differenzierung.

• Berenberg senkt das Kursziel auf 34,50 Euro, bleibt aber bei der Kaufempfehlung.

• Die Aktie bleibt charttechnisch angeschlagen und vorerst kein Kauf.

Mucic sprach sich bei einer Veranstaltung in Düsseldorf für eine Reform der Mietregulierung aus. Nach seiner Vorstellung sollen große private Wohnungsunternehmen einen Teil ihrer Bestände, konkret ein Drittel, an sozial bedürftige Mieter mit Wohnberechtigungsschein vermieten. Frei werdender Wohnraum in diesem Segment solle dann vorrangig an diese Zielgruppe gehen.

Im Gegenzug könnten für die übrigen zwei Drittel der Bestände Mietpreisbremsen und vergleichbare Eingriffe weitgehend entfallen. Mucic argumentiert, dass eine solche Regelung Investitionen in Neubau und Bestand attraktiver machen würde. Gleichzeitig plädiert er für Härtefallregelungen, um soziale Schieflagen abzufedern.

Der Vorstoß ist bemerkenswert, weil Vonovia damit nicht einfach gegen Regulierung argumentiert, sondern ein eigenes Modell für eine zielgerichtetere Marktordnung präsentiert. Mucics Kernthese: Die Mietpreisbremse habe sich nicht als ausreichend wirksam erwiesen, um den Wohnungsneubau spürbar anzukurbeln. Statt pauschaler Eingriffe brauche es differenziertere Regeln.

Für die Politik ist das ein heikler Vorschlag. Denn er verbindet mehr Markt mit mehr sozialer Absicherung - und genau an dieser Schnittstelle wird der Streit um bezahlbaren Wohnraum seit Jahren geführt.

Auch die Privatbank Berenberg hat sich am Dienstag mit Vonovia beschäftigt. Die Analysten senkten das Kursziel zwar von 38,00 auf 34,50 Euro, bestätigten die Einstufung aber mit "Buy". Kai Klose verweist darauf, dass die Kapitalmärkte die hohe operative Effizienz des Konzerns und den attraktiven deutschen Mietwohnungsmarkt wieder stärker honorieren dürften, sobald sich das Umfeld weiter stabilisiert.

Gleichzeitig bleibt der Gegenwind nicht zu unterschätzen. Laut Berenberg dürfte die Inflation auf erhöhtem Niveau verharren. Das wiederum spricht für eine niedrigere Bewertung des Immobilienportfolios und für gedämpfte Gewinnschätzungen.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Mucics Vorstoß zeigt, dass Vonovia die Debatte um Regulierung aktiv mitgestalten will. Das ist sinnvoll. Für die Aktie ist aber das Chartbild entscheidender. Und dieses bleibt eingetrübt. Erst wenn sich das Bild spürbar aufhellt, können Anleger wieder zugreifen. 

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