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Volkswagen: Müssen bald acht von zehn Werken schließen?

Volkswagen: Müssen bald acht von zehn Werken schließen?
Foto: Ilari Nackel/iStockphoto
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Philipp Schleu 17.03.2026, 15:05 Philipp Schleu

Die kommenden Jahre dürften für VW laut interner Strategiepapiere, über die die Bild-Zeitung berichtet, düster aussehen. Demnach haben externe Berater von McKinsey & Company zeitweise Szenarien durchgespielt, die den Volkswagen-Konzern in seinen Grundfesten erschüttern würden. Langfristig sollten von den aktuell zehn großen deutschen Werken nur noch zwei – Wolfsburg und Ingolstadt – bestehen bleiben.

In diesem radikalen Modell stünden Standorte wie Zwickau, Emden, Hannover oder Leipzig vor dem Aus. Selbst die Porsche-Produktion in Stuttgart wäre demnach zur Disposition gestellt worden. Der Grund: Volkswagen leidet unter massiven strukturellen Problemen. Während der Wettbewerb aus China mit günstigeren E-Autos den Markt flutet, drücken hohe Produktionskosten und eine träge Modellentwicklung auf die Marge.

Zwar wurde das McKinsey-Szenario intern bereits als „unrealistisch“ eingestuft – nicht zuletzt wegen des enormen Widerstands des Betriebsrats und der juristischen Hürden. Dennoch unterstreichen die Pläne den immensen Anpassungsdruck, unter dem Konzernchef Oliver Blume steht.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Spardruck von sechs Milliarden Euro

Die Ziele für die kommenden Jahre sind ambitioniert: Bis 2030 plant Volkswagen, die Kosten um rund sechs Milliarden Euro zu senken. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von etwa 1,2 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Hebel dafür ist der Abbau von bis zu 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030.

Gleichzeitig arbeitet Blume an einer Zentralisierung. Marken wie Audi, Porsche und Škoda könnten künftig enger an die Konzernzentrale gebunden werden, um Entscheidungswege zu verkürzen und die Entwicklungskosten pro Fahrzeug drastisch zu senken. Die Zeit drängt: Der Gewinn des Autobauers steht unter Druck, während die Transformation hin zur Elektromobilität Milliarden verschlingt.

Das durchgesickerte McKinsey-Szenario mag in der Schublade gelandet sein, doch es dient als Signalfeuer für die Belegschaft. Volkswagen muss sich entscheiden: Entweder gelingt der radikale Umbau aus eigener Kraft durch Effizienzsteigerungen, oder der Konzern wird durch den permanenten Kostendruck und internationale Konkurrenten zu noch drastischeren Schritten gezwungen. Ein Einstieg bei der Volkswagen drängt sich weiter nicht auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..

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