Volkswagen: Umstrittenes Werk in China – Vorstand vor Ort

Volkswagen: Umstrittenes Werk in China – Vorstand vor Ort
Foto: REUTERS/Suzanne Plunkett
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Marion Schlegel 28.02.2023, 07:08 Marion Schlegel

Der Volkswagen-Konzern will auch nach einem Besuch seines China-Vorstands Ralf Brandstätter in dem umstrittenen Werk in der Region Xinjiang an dem Standort festhalten. "Natürlich kennen wir die kritischen Berichte, wir nehmen das sehr ernst", sagte der Manager zu Darstellungen, denen zufolge es in der Westprovinz eine systematische Unterdrückung der muslimischen Uiguren geben soll.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

"Aber wir haben keine Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen in diesem Werk – das hat sich nach meinem Besuch nicht geändert." Brandstätter war Mitte Februar für zwei Tage in die Stadt Ürümqi gereist, um sich in der örtlichen Fabrik umzusehen. "Ich habe keine Widersprüche festgestellt", meinte Volkswagens China-Chef. "Ich habe keinen Grund, an den Informationen und meinen Eindrücken zu zweifeln. Ungeachtet dessen schauen wir natürlich trotzdem weiter hin."

Ein Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte hatte im vergangenen Jahr von schwerwiegenden Verstößen in der Gegend gesprochen. "Wir sind in der Tat tief besorgt über die Feststellung in diesem Bericht und haben ihn uns sehr genau angesehen", sagte der Leiter der Außenbeziehungen bei VW, Thomas Steg. "Wir haben die Situation niemals ignoriert oder auf die leichte Schulter genommen, sondern immer wieder deutlich gemacht, dass der Volkswagen-Konzern weder Zwangsarbeit noch andere Formen der Diskriminierung duldet."

Auch laut manchen Nichtregierungsorganisationen soll es in Xinjiang unter anderem Umerziehungslager geben. Der VW-Betriebsrat in Wolfsburg unterstrich, ein formal gesehen fehlender direkter Durchgriff auf die Abläufe in dem Werk "entbindet den Konzern nicht davon, sich den Themen zu stellen und dazu aktiv zu positionieren".

Die Aktie von Volkswagen tritt derzeit auf der Stelle. Unterstützung erhält das Papier durch die 38-Tage-Linie. Ein neues positives Signal würde der Sprung über das Februarhoch sowie die 200-Tage-Linie bringen. Die Aktie ist eine Halteposition. Unter den deutschen Autobauern favorisiert DER AKTIONÄR weiterhin die Aktien der Porsche AG und von Mercedes-Benz.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG, Volkswagen und Mercedes-Benz.

Aktien der Porsche AG befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

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