Paukenschlag bei VW! Der Autobauer kündigt zahlreiche Tarifverträge im VW-Haustarif. Das geht aus einem Treffen zwischen dem Betriebsrat, dem Management und der IG Metall hervor, wie die Bild unter Berufung auf die Gewerkschaft berichtet. Für die Beschäftigten ist dies ein weiterer Schlag ins Gesicht, die VW-Vorzüge ziehen dagegen leicht an.
- Die Kündigungen sollen zum 31. Dezember 2026 wirksam werden.
- Die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 bleibt laut VW von den Kündigungen der Tarifverträge unberührt.
- Die VW-Aktie ist aktuell kein Kauf.
VW begründet den Schritt mit dem Kostendruck. Personalvorstand Arne Meiswinkel sagte: „Das wirtschaftliche Umfeld hat sich für die Automobilindustrie im Allgemeinen und damit auch für Volkswagen in den vergangenen 18 Monaten gravierend verschärft.“ Die IG Metall hält dagegen: „Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen.“
Viele Fragen offen
Welche konkreten Regelungen sich ändern könnten, ist noch offen. Der Manteltarifvertrag regelt zentrale Arbeitsbedingungen. Bislang gilt bei VW die 35-Stunden-Woche. Eine längere Arbeitszeit steht als mögliche Option im Raum, ist aber nicht beschlossen. Erste Folgen könnten frühestens ab Januar 2027 eintreten, die betroffenen Tarifverträge nun fristgerecht zum 31. Dezember gekündigt wurden.
Auch die Tarifrunde dürfte schwieriger werden: Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Gehalt, Volkswagen hat die Forderung zurückgewiesen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte Widerstand an: „Ich rechne mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel.“
An der Börse reagieren die Anleger noch gelassen auf die Nachricht: Die Vorzugsaktie gewinnt am Mittwochnachmittag rund 1,5 Prozent. Allerdings ist dies kein Beleg dafür, dass Anleger die Krise bereits ausgestanden sehen. Im Gegenteil: Kommt es zum Arbeitskampf und weiteren Großdemos dürfte dies den Kurs erneut belasten. Ein Kauf der Aktie drängt sich daher weiterhin nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Heute, 15:20
Bei Google bevorzugen