11.05.2017 Nikolas Kessler

Unicredit meldet Gewinnsprung – Startschuss für die Trendwende?

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UniCredit
Trendthema

Die krisengeplagte Großbank Unicredit ist überraschend stark ins Jahr 2017 gestartet. Nach herben Verlusten im Geschäftsjahr 2016 hat das italienische Institut am Donnerstag einen deutlichen Gewinnsprung gemeldet und damit die Schätzungen der Analysten übertroffen. Das kommt an der Börse gut an.

Der Gewinn hat sich im ersten Quartal auf 907 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Auch um Sondereffekte bereinigt steht noch ein sattes Plus von rund 41 Prozent zu Buche. Die Erlöse sind mit einem Anstieg um fast zwölf Prozent auf 4,8 Milliarden Euro ebenfalls stärker gestiegen, als im Vorfeld erwartet. Die harte Kernkapitalquote (CET 1) als Kennziffer für die Krisenfestigkeit stieg bis Ende März auf 11,45 Prozent und soll bis Jahresende auf 12 Prozent wachsen.

Grund für die erfreuliche Performance sind in erster Linie Gewinne im Handelsgeschäft, doch auch die umfangreichen Spar- und Sanierungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge. So fielen geringere Restrukturierungskosten an und die Wertberichtigungen im Kreditgeschäft gingen zurück. Das Institut teilte außerdem mit, dass den Aktienanteil an der Krisen-Airline Alitalia komplett abgeschrieben seien. Für die Kredite sei ausreichend Vorsorge getroffen worden.

Zahlen „durchwegs solide“

Nach der Mega-Kapitalerhöhung und einem turbulenten Jahr sei Unicredit nun zurück in der Spur, so das Urteil von Analysten von Kepler Cheuvreux. Die Quartalszahlen seien durchwegs solide. Das sehen die Anleger offenbar ähnlich und bescheren der Aktie am Donnerstag Kursgewinne von über vier Prozent.

Aktie vor Neubewertung

Als schwächster Titel unter den europäischen Großbanken hatte die Unicredit-Aktie im vergangenen Jahr rund 47 Prozent verloren. Da Vorstandschef Mustier die zahlreichen Baustellen im Konzern jedoch energisch in Angriff nimmt, kehrt das Vertrauen der Anleger langsam zurück. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mit einem Kursplus von rund 22 Prozent sogar den Branchenindex Stoxx Europe Banks (+11,2 Prozent) klar outperformt.

Im Juni 2016 war die Aktie ausgestoppt worden und befindet sich seitdem auf der Watchlist. Nachdem die Sanierung nun erste Früchte trägt und sich der Kurs etwas erholen konnte, zieht DER AKTIONÄR eine Neubewertung der Lage in Betracht.