Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
18.03.2020 Pierre Kiren

Tomra, Waste Management und Co: Müll-Aktien im Krisen-Check

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Tomra
Trendthema

In der Vergangenheit entwickelten sich Recycling-Konzerne prächtig. Doch das Coronavirus und seine damit verbundenen Unsicherheiten auf die Wirtschaft sorgen auch in krisensicheren Branchen für Kurseinbrüche. Ist das gerechtfertigt? Schließlich produziert der Mensch weiterhin Müll.

Waste Management schneidet bei der Betrachtung der größten Verlierer seit Krisenausbruch am Besten ab. Seit Anfang des Jahres verzeichnet Waste Management ein Minus von 11,8 Prozent. Andere Recycling-Vertreter mussten noch kräftigere Kurseinbußen einstecken. Umicore beispielsweise verlor 31,3 Prozent im selben Zeitraum.

Kursverlust
Waste Management -11,8 %
Tomra Systems - 20,2 %
Veolia - 26,8 %
Umicore - 31,3 %

Fundamental ist bei Veolia zu hinterfragen, inwiefern die üppige Dividende von einem Euro aus dem operativen Gewinn bezahlt wird. Denn Veolia schiebt einen ordentlichen Schuldenberg vor sich her. Gerade in der aktuellen Marktphase sollten Aktionäre den Verschuldungsgrad eines Unternehmens im Auge behalten.

Tomra Systems beispielsweise ist vergleichsweise mit 255,8 Millionen Euro netto gering verschuldet.

Gewinn je Aktie 2019 (in Euro) Dividende 2019 (in Euro) Nettoschulden (in Euro)
Waste Management 3,5 1,83 9,2 Milliarden
Umicore 1,3 0,75 1,4 Milliarden
Veolia 1,1 1,00 10,2 Milliarden
Tomra Systems 0,57 0,28 255,8 Millionen

Das Geschäftsmodell von Umicore umfasst unter anderem das Recycling von Batterien in Automobilen. Da die konjunkturell anfällige Automobilindustrie im aktuellen Marktumfeld besonders leidet und mit Nachfragerückgängen zu rechnen ist, ist auch Umicore davon betroffen. Langfristig bleibt das Geschäftsmodell jedoch sehr aussichtsreich. 

Tomra (WKN: 872535)

Im Zuge des schwachen Gesamtmarktes büßen alle Werte ein – Umicore und Veolia sind ausgestoppt. Die Geschäftsmodelle der Recycling-Konzerne sind zwar keine Krisen-Profiteure, aber langfristig nicht bedroht. DER AKTIONÄR rät erstmal eine Bodenbildung abzuwarten und die Aktien des Sektors auf die Watchlist zu setzen.