Nach Monaten ohne direkte Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau hat es in Abu Dhabi die ersten trilateralen Gespräche gegeben. Ukrainische, russische und US-amerikanische Delegationen trafen zusammen, um mögliche Wege zur Beendigung des Krieges zu sondieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte bereits weitere Gespräche für diesen Samstag an.
Fast stündlich erhalte der ukrainische Präsident Berichte von der ukrainischen Delegation unter der Leitung von Chefunterhändler Rustem Umjerow. Die Gespräche drehten sich vor allem um die Bedingungen eines möglichen Waffenstillstands und die Frage, ob die Ukraine sich aus Teilen des Donbass zurückziehen würde.
Selenskyj warnte zugleich vor voreiligen Schlussfolgerungen: „Es sei noch zu früh, um Ergebnisse zu ziehen. Vor allem muss Russland, das den Angriff begonnen hat, bereit sein, den Krieg zu beenden.“
Russische Staatsmedien berichteten von abgeschotteten Verhandlungen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. Der Tass zufolge ging es unter anderem um die Schaffung von Pufferzonen für den Fall eines Waffenstillstands.
Washington drängt beide Seiten seit Monaten zu einer Beendigung des Konflikts. Moskau erhebt Anspruch auf das gesamte Gebiet Donezk, das es bisher zu knapp 80 Prozent kontrolliert, während Kiew einen freiwilligen Abzug strikt ablehnt. Donezk und das benachbarte Luhansk bilden die Industrieregion Donbass, in der der Krieg weiterhin eskaliert.
Sollte es dieses Mal tatsächlich zu einem Waffenstillstand kommen, hätte dies spürbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Kurzfristig könnten vor allem Rüstungsaktien unter Druck geraten. Langfristig jedoch bleibt der strukturelle Aufwärtstrend bei Konzernen wie Rheinmetall allerdings intakt – die geopolitischen Risiken und steigenden Verteidigungsbudgets sprechen weiterhin für die Branche.
23.01.2026, 20:37