26.10.2015 Sebastian Schinhammer

Uber-Wahnsinn: Bewertung innerhalb von drei Monaten um 19 Milliarden Dollar gesteigert

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Die Bewertung steigt und steigt: Uber sucht neues Kapital in Höhe von einer Milliarde Dollar. Für Investoren kann es allerdings teuer werden, denn er bekommt relativ wenig Anteile für sein Geld. Mittlerweile wird das Unternehmen schon auf 60 bis 70 Milliarden Dollar geschätzt. Interessant ist vor allem der rasante Wertzuwachs, den Uber in den vergangenen 16 Monaten erfahren hat. Während Uber im Juni 2014 mit lediglich 17 Milliarden Dollar bewertet wurde, waren es im Juli 2015 bereits 51 Milliarden Dollar, und jetzt im Oktober 2015 sind es schon 70 Milliarden. Allein in den vergangenen drei Monate ergab sich somit ein Wertzuwachs von 19 Milliarden Dollar. Uber rechnet mit einem Brutto-Umsatz von gut zehn Milliarden Dollar, wovon Netto-Umsatz lediglich zwei Milliarden sind.

Ob diese Bewertung angemessen ist, muss bezweifelt werden. Zwar investiert Uber fleißig in seinen Kernmarkt, dem Vermitteln von privaten Taxifahrten, gerade in China. Zudem hat das Unternehmen aus San Franciso seine Geschäftsfelder ausgeweitet und zwar um die Bereiche Essens-/Lebensmittellieferungen sowie Transport-Dienstleistungen. Hier muss sich das Unternehmen aber mit einem wesentlich härteren Wettbewerb auseinandersetzen. Es ist somit schwer nachvollziehbar, warum das Unternehmen in so kurzer Zeit einen solch großen Sprung machen sollte. Realistischer erscheint dagegen die Betrachtung des Professors Aswath Damodara, der den Bereich Finanzen an der renommierten Stern School of Business an der New York University (NYU) zuständig ist. Er sah das Unternehmen bei 23,4 Milliarden Dollar.

IPO in einigen Jahren

Private Anleger werden laut Uber CEO Travis Kalanick nicht so bald Anteile an diesem Bewertungsüberflieger erwerben können. Ein IPO werde erst in einigen Jahren stattfinden. Auf einer Veranstaltung in Kalifornien sagte er: "Give us a few years, give us a little time and when the time is right, something like that will happen."

Wer trotzdem einen "Gamechanger" im Portfolio haben möchte, sollte sich  Google Alphabet und Amazon genauer anschauen.