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28.09.2020 Carsten Kaletta

TUI: Mit dem Mut der Verzweiflung

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TUI

Im Grunde hat der TUI-Konzern keine andere Wahl: Trotz Reisewarnung der Bundesregierung will der weltgrößte Reiseveranstalter Anfang Oktober wieder Reisen auf die Kanaren anbieten. Urlauber sollten für Pauschalreisen auf die kanarischen Inseln selbst entscheiden können, ob sie ihren Urlaub trotz des Infektionsrisikos und möglicher Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland antreten, sagte der Deutschlandchef des Tourismuskonzerns, Marek Andryszak, den Zeitungen der Funke Mediengruppe

„Wir gehen fest davon aus, dass viele Kunden dies genau abwägen werden." Er glaube, dass durch die Möglichkeit, sich testen zu lassen, viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden. 

Seit der Reisewarnung für ganz Spanien habe TUI die Flüge auf die kanarischen Inseln stark reduziert. „In der Zwischenzeit haben wir Vorbereitungen getroffen, so dass wir Reisen auf die Kanaren ab dem 3. Oktober wieder aufnehmen können - trotz Reisewarnung", sagte Andryszak. Damit stelle sich der Reisekonzern nicht gegen die Bundesregierung - bei den Reisewarnungen handele es sich nicht um ein Reiseverbot, sondern um eine Empfehlung, vorsichtig zu sein. "Genau dieser Empfehlung folgen wir", sagte er.

Das Problem bei Reisewarnungen für die Urlauber: Die Auslandskrankenversicherung dürfte (in den meisten Fällen) im Krankheitsfalle nicht einspringen. Reiserücktrittsversicherungen greifen in so einem Fall auch nicht. Und falls man es sich kurzfristig doch noch anders überlegt, ist eine kostenlose Umbuchung oder gar Stornierung in der Regel nicht möglich.

TUI (WKN: TUAG00)

Trotz des nachvollziehbaren Versuchs, den Betrieb wieder hochzufahren und Geschäft zu generieren: TUI bleibt weiterhin in einer sehr misslichen Lage und wird weiterhin -  angesichts des dramatischen weltweiten Infektionsgeschehens -  ums Überleben kämpfen müssen. Anleger umschiffen die Aktie.

(Mit Material von dpa-AFX)

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