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07.09.2020 Carsten Kaletta

TUI: Impfstoff-Hoffnungen als Treiber

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TUI

Dass die Lage für die Reisebranche und damit auch für den Platzhirsch TUI sehr ernst ist, dürfte den Börsianer mittlerweile bewusst sein. Aktuelle Zahlen untermauern diese Einschätzung: Es sieht wahrlich nicht gut aus. Dennoch schiebt derzeit die "Corona-Impfstoff-Fantasie" die TUI-Aktie sukzessive nach oben.

Die Corona-Pandemie bedroht die Existenz vieler Unternehmen in der Tourismusbranche. Nach einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes (DRV) unter fast 650 Unternehmen, die dem Handelsblatt vorliegt, sehen sich mehr als 60 Prozent der Reisebüros unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Bei den Reiseveranstaltern schätzt gut die Hälfte ihre Situation so ein. Knapp die Hälfte der Reisebüros habe bereits Mitarbeiter entlassen müssen, ähnlich sehe es bei den Reiseveranstaltern aus.

"Viele Unternehmen sind in ihrer Existenz bedroht und müssen kämpfen, um die Krise zu überstehen", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig dem "Handelsblatt". Dies zeige, wie wichtig und richtig es sei, dass jetzt die staatlichen Überbrückungshilfen bis zum Jahresende verlängert worden seien. 

Laut Verbandsumfrage beziffern 70 Prozent der Reisebüros und knapp zwei Drittel der Veranstalter ihren derzeitigen Umsatz auf weniger als 25 Prozent des Vorjahresumsatzes. 85 Prozent der Reiseveranstalter und fast 80 Prozent der Reisebüros haben zudem Kurzarbeit, 76 Prozent der Veranstalter und fast 85 Prozent der Reisebüros Überbrückungshilfen beantragt.

Für den Touristik-Konzern TUI dürften Herbst und Winter angesichts der Reisewarnungen und der vielen beliebten Länder in Fernost, die ihre Tourismus-Pforten für dieses Jahr geschlossen haben, schwierig werden. Mit den staatlichen Liquiditätshilfen sollte TUI mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest überleben können. Aktuell wird der Kurs dank "Corona-Hoffnungen" über die wichtige Vier-Euro-Marke gehoben.


TUI (WKN: TUAG00)

Die Lage ist für TUI - trotz der jüngsten Kursgewinne - unverändert problematisch. Anleger sollten derzeit besser die Aktie umschiffen und sich auf aussichtsreichere Aktien konzentrieren.

(Mit dpa-AFX)