An diesem Donnerstag ist es so weit: Am 2. Juli wird die neue Chipfabrik von Infineon in Dresden offiziell eröffnet. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, will der heimische Chipriese seine Produktionskapazität mit der Smart Power Fab an diesem Standort verdoppeln. Die Infineon-Aktie notiert weiter in Schlagdistanz zum Rekordhoch.
Infineon-Produktionsvorstand Alexander Gorski spricht kurz vor der offiziellen Eröffnung von einem „Leuchtturmprojekt“ für Europa, Deutschland und die Region Dresden. „Das Leuchtturmprojekt steht für Innovation, technologische Souveränität und Größe.“ Dresden habe die größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter in Europa und eine der größten weltweit.
Nach Angaben von Infineon ist die Smart Power Fab die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. Mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro soll die Produktionskapazität am Standort Dresden verdoppelt werden. Rund 1.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) nutzt die Gelegenheit, um im Vorfeld der Eröffnung schnellere Genehmigungsverfahren für Investitionen in die Halbleiterindustrie zu fordern. Europa müsse bei den Rahmenbedingungen wettbewerbsfähiger werden, erklärte der Minister anlässlich der bevorstehenden Inbetriebnahme der sogenannten Smart Power Fab.
„Der Chips Act 2.0 ist eine Chance und ein Realitätscheck. Wenn Sachsen in gut drei Jahren bauen kann, darf Brüssel nicht vorher eineinhalb Jahre für die Prüfung brauchen“, sagte Panter. Gerade in den Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts müsse die EU Genehmigungsverfahren beschleunigen, um im internationalen Wettbewerb mit den USA und asiatischen Staaten bestehen zu können.
Panter bezeichnete das Werk als wichtigen Baustein des European Chips Act. Mit der neuen Fabrik werde die Versorgungssicherheit gestärkt und die technologische Souveränität Europas ausgebaut, sagte der Minister. Die Smart Power Fab sei die modernste und flexibelste Halbleiterfabrik der Welt und könne besonders gefragte Chips für die Stromsteuerung und integrierte Schaltungen herstellen und direkt testen.
AKTIONÄR-Leser wissen: Infineon entwickelt Leistungshalbleiter und komplette Stromversorgungskonzepte, die speziell auf die extremen Anforderungen moderner KI-Server ausgelegt sind. Doch damit nicht genug: Humanoide Roboter könnten das nächste Wachstumsfeld werden. Infineon setzt hier bereits viele der vorhandenen Produkte wie Sensoren, Kommunikationschips oder Leistungshalbleiter für die Stromversorgung ein, die dem Vernehmen nach ohne aufwendige Modifikationen in humanoiden Robotern eingesetzt werden können. Aber auch in den anderen Endmärkten, etwa im Automotive-Bereich, dürfte in den kommenden Quartalen eine schrittweise Erholung einsetzen.
Infineon agiert am Puls der Zeit. Die neue Smart Power Fab passt da sehr gut ins Bild. Die Aussichten sind vielversprechend. Die DAX-Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Dafür müssen Hanebeck und Co. die viel zitierten PS aber auch weiter auf die Straße bringen und Erlöse sowie Margen nachhaltig steigern. Anleger mit Weitblick halten an ihren Positionen fest.
(Mit Material von dpa-AFX)
Heute, 09:09