Die Sorgen vor einer Überhitzung im KI-Sektor und geplatzte US-Zinshoffnungen belasten die globalen Märkte. Nachdem der Nasdaq 100 am Freitag um über fünf Prozent eingebrochen war, sackte der technologielastige südkoreanische Kospi-Index zum Wochenstart um rund neun Prozent ab. Nvidia-Chef Huang bewertet den Rücksetzer jedoch als Einstiegschance: Der Aufbau der künstlichen Intelligenz habe gerade erst begonnen.
Der heftige Ausverkauf an den asiatischen Handelsplätzen erzwang am Montagmorgen in Seoul sogar eine vorübergehende Aussetzung des Handels. Doch inmitten der Panik um eine vermeintliche KI-Blase schaltete der Nvidia-Chef bei einem Treffen mit dem Halbleiter-Riesen SK Hynix sofort auf Angriffsmodus.
„Wir stehen erst ganz am Anfang. Was auch immer auf dem Aktienmarkt passiert ist: Sie sollten sehr glücklich sein, denn jetzt können Sie mit Rabatt einkaufen“, erklärte Huang vor Journalisten. „Jeder sollte sehr begeistert sein.“ Der Aufbau der grundlegenden Infrastruktur für eine KI-gestützte Zukunft befinde sich noch in der Frühphase.
Wie viele seiner Branchenkollegen argumentiert Huang, dass KI weite Teile der Weltwirtschaft revolutionieren und die Art und Weise, wie Menschen arbeiten und leben, verändern wird. Dies wird im Umkehrschluss eine enorme Nachfrage nach Rechenzentren und den entsprechenden Halbleitern auslösen. „Es ist eine ausgemachte Sache, dass KI eine Infrastruktur für die Welt sein wird, genau wie es das Internet für die Welt war.“
Technologie-Pakt besiegelt
Direkt vor Ort folgte den Worten die Tat: Nvidia und SK Hynix haben eine mehrjährige Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung zukünftiger Generationen von KI-Speicherchips geschlossen. Der Pakt stärkt die Position von SK Hynix im direkten Wettbewerb mit Samsung Electronics um den heißbegehrten Markt für Hochgeschwindigkeitsspeicher (HBM).
Nach der Bekanntgabe des Abkommens und einer stützenden Aussage des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung, wonach der Inlandsmarkt weiterhin unterbewertet sei, konnten Tech-Werte wie SK Hynix ihre Verluste im Handelsverlauf wieder etwas eindämmen.
Der weltweite Tech-Rücksetzer ist kein Grund zur Panik, sondern die nächste gesunde Bereinigung im Sektor. Wenn der wichtigste Kopf der KI-Industrie die Kursverluste explizit als Rabatt bezeichnet und zeitgleich die nächste milliardenschwere Speicherpartnerschaft sichert, unterstreicht das die intakte Wachstumsstory. Anleger nutzen den Dip bei den Branchenführern Nvidia und TSMC für den spekulativen Neueinstieg oder zum Nachkaufen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Nvidia-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 09:09