Donald Trump und seine Regierungsmitglieder versuchen weiterhin eifrig, die Versorgung der USA mit kritischen Rohstoffen sicherzustellen. Zu diesem Zweck geht man auch direkte Deals mit Firmen ein. So ist nun die Aktie des australischen Bergbauunternehmens Sunrise Energy Metals in kurzer Zeit kräftig gestiegen.
Auslöser war die Zusage einer langfristigen US-Finanzierung über 400 Millionen Dollar für den Aufbau der weltweit ersten primären Scandium-Mine. Zum Handelsschluss lag das Papier noch mehr als 16 Prozent im Plus.
Die Finanzierung erfolgt über das Office of Strategic Capital (OSC) des US-Verteidigungsministeriums. Unterstützt werden soll der Aufbau einer vollständigen Scandium-Wertschöpfungskette, deren Ausgangspunkt das Syerston-Projekt in New South Wales ist. Die USA wollen damit ihre Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten bei kritischen Rohstoffen reduzieren.
Scandium besitzt aufgrund seiner besonderen Eigenschaften eine hohe strategische Bedeutung. Das Metall kann Aluminium leichter und zugleich widerstandsfähiger machen und ist deshalb unter anderem für Luftfahrt, Verteidigung und Hightech-Anwendungen interessant. Auch für die Energieversorgung großer Rechenzentren könnte Scandium eine Rolle spielen.
Sunrise-Chairman und Bergbauunternehmer Robert Friedland bezeichnete die US-Unterstützung als wichtigen Meilenstein. Seiner Ansicht nach wird der Zugang zu kritischen Mineralien künftig zunehmend über industrielle Leistungsfähigkeit, technologische Wettbewerbsfähigkeit und nationale Sicherheit entscheiden.
Zu sehr abhängig von China
Hintergrund ist die starke Stellung Chinas bei kritischen Rohstoffen. Das Land fördert rund 70 Prozent der weltweiten Seltenen Erden und verarbeitet nach Angaben der Internationalen Energieagentur nahezu 90 Prozent des globalen Angebots. Westliche Staaten bemühen sich deshalb verstärkt um alternative Lieferquellen.
Sunrise-CEO Sam Riggall sieht in dem Scandium-Projekt eine Möglichkeit, dieses Versorgungsrisiko vergleichsweise schnell zu verringern. Die geplante Mine nahe Sydney soll nach Unternehmensangaben zur weltweit größten einzelnen Scandium-Quelle werden und perspektivisch die heutige chinesische Versorgung vollständig ersetzen können.
Auch die US-Regierung misst dem Vorhaben eine strategische Bedeutung bei. David A. Lorch, Direktor des Office of Strategic Capital, erklärte, die geplante Transaktion könne dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit der Scandium-Lieferkette zu erhöhen und die Abhängigkeit von ausländischen Quellen zu verringern. Die Ankündigung erfolgte kurz nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Bergbauindustrie.
Die Aktie von Sunrise Energy Metals ist aktuell natürlich ein sehr heißes Eisen. Das Unternehmen ist allerdings noch sehr weit von der Produktion entfernt und daher nur für nervenstarke Zocker geeignet. Der Favorit des AKTIONÄR im Bereich der Seltenen Erden bleibt die Aktie des australischen Produzenten Lynas (Stoppkurs: 9,20 Euro).
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Lynas.
Heute, 11:51
Bei Google bevorzugen