17.04.2019 Andreas Deutsch

Steinhoff: Für die Zocker ist das viel zu wenig

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2019 ist ein überaus positives Börsenjahr. DAX, MDAX und auch SDAX notieren deutlich im Plus. Auch die Performance der Steinhoff-Aktie geht prinzipiell in Ordnung – allerdings rechtfertigen die elf Prozent plus seit Jahresanfang keineswegs die Nerven, die bei einer Spekulation mit dem Titel draufgehen.

Steinhoff ist und bleibt die Black Box am deutschen Aktienmarkt. Fast genau anderthalb Jahre, nachdem der Bilanzbetrug bei dem Möbelhändler aufflog, weiß die Börse immer noch nicht, ob Steinhoff die Rettung gelingt. Trotzdem findet sich die Aktie regelmäßig auf den Most-Wanted-Listen wieder, die dem AKTIONÄR vorliegen.

Das verwundert, denn die Ausschläge bei Steinhoff sind seit Monaten sehr moderat für einen Zockerwert. Zudem sind die Handelsvolumina im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gesunken. Die Marktkapitalisierung ist auf 477 Millionen zurückgegangen – und das, bei einem erwarteten Umsatz von 23 Milliarden Euro.

Bei der freefloat-basierten Marktkapitalisierung reicht es für Steinhoff in Deutschland nur noch für Platz 142. Damit könnte die Deutsche Börse Steinhoff bald aus dem SDAX nehmen. Allerdings standen Ende März noch 21 Unternehmen hinter Steinhoff. Beim Kriterium „Handelsumsätze“ rangiert Steinhoff auf Rang 114, hat also noch Platz nach unten.

Black Box

Ein Investment in Steinhoff haben sich die Spekulanten bislang anders vorgestellt. Die Story und der Kursverlauf erweisen sich als sehr zähe Veranstaltung. Der Ausgang der ganzen Angelegenheit ist nach wie vor völlig ungewiss. Finger weg.

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