09.03.2018 Andreas Deutsch

Steinhoff, Beate Uhse, Alno: Mega-Crash der Horror-Zocks

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Steinhoff
Trendthema

Es kam, wie es kommen musste: Die Aktionäre der Beate Uhse schauen im Zuge des Insolvenzverfahrens weitestgehend in die Röhre. Die Aktie bricht ein. Steinhoff und Alno sind die anderen Zocker-Titel, die brutal abstürzen.

Die werthaltigen Teile der Beate Uhse AG werden auf eine neue Gesellschaft übertragen, in die ein möglicher Investor 1,35 Millionen Euro einbringt. Aus dem Verkaufserlös für die Werte und Forderungen gegen verbundene Firmen sollen Kosten beglichen werden, unter anderem die des Insolvenzverfahrens.

Was danach passieren wird, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ernsthaft Hoffnung auf ein positives Ende der Erotik-AG gesetzt hatten: Die Beate Uhse AG wird liquidiert und die Anteilsrechte der Aktionäre gehen unter.

Die Aktie der Beate Uhse AG rauschte in den Keller: Am Ende stand ein Verlust von 60 Prozent auf 0,035 Euro zu Buche.

Zocker wetten auf Rettung

Dramatisch geht es derzeit auch bei Alno und Steinhoff zu: Die Aktie des Möbelhändlers krachte zuletzt auf den tiefsten Stand aller Zeiten ein: auf 0,28 Euro. Der Fall Steinhoff ist mittlerweile zum Politikum geworden. Die niedersächsische Landesregierung ist in einer parlamentarischen Anfrage aufgefordert worden, Auskunft um Hintergründe zu den Ermittlungen und den Zuständigkeiten bei Steinhoff zu geben.

Die Folgen des Steinhoff-Bilanzskandals sind immer noch nicht abzusehen. Wie NDR und Süddeutsche Zeitung berichten, haben führende Mitarbeiter des Möbelkonzerns offenbar wesentlich länger Unternehmensbilanzen manipuliert als bislang bekannt.

Totentanz

Obwohl die Karten bei Alno schon auf dem Tisch liegen, sprich: die Aktionäre kein Geld bekommen, wird auch mit dieser Aktie kräftig gezockt. Am Donnerstag sackte das Papier um 20 Prozent nach unten. Alno ist seit Herbst pleite. Zuvor hatte das Unternehmen über 20 Jahre fast ausschließlich Verluste geschrieben.

Börse als Casino

Steinhoff ist zwar nicht pleite, trotzdem ist die Lage bei dem Unternehmen extrem schwierig. Alno und Beate Uhse sind bereits am Ende, ihre Aktien eignen sich ausschließlich für Hardcore-Zocker, die sich bewusst sein sollten, dass sie mit wertlosen Assets handeln. Wer noch Restbestände von Alno und Beate Uhse im Depot hat, sollte die Aktien am besten über die Börse verkaufen, um zumindest noch steuerliche Verluste geltend machen zu können.