29.10.2014 Stefan Sommer

Software AG: Die Zahlen sind da – Turnaround geglückt?

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DAX

Die Software AG hat im dritten Quartal wegen niedrigerer Kosten Fortschritte bei der Profitabilität gemacht. Damit hat der Konzern sowohl Anleger als auch Analysten positiv Überrascht. Die Experten rechneten beim Umsatz, operativen Ergebnis und Nettogewinn mit einem weiteren deutlicheren Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Umsätze von Juli bis September blieben bereinigt um den Verkauf des SAP-Beratungsgeschäfts zwar mit 205,6 Millionen Euro sieben Prozent unter dem Wert von vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Den Grund sieht die Software AG in einem außerordentlich starken Vorjahreszeitraum. Deutlich geringere Kosten für Vertrieb und Marketing sorgten allerdings dafür, dass der Nettogewinn weniger stark um zwei Prozent auf 30,4 Millionen Euro zurückging. Damit verdiente das TecDax-Unternehmen mehr als von Analysten erwartet. Die Experten rechneten nur mit einem Nettogewinn von 24,3 Millionen Euro.

Wichtig für die Analysten war vor allem die bestätigte Prognose für das Geschäftsjahr 2014. Fortschritte machten die Darmstädter nach dem schwachen ersten Halbjahr auch bei der bereinigten operativen Marge. Sie stieg überraschend auf 30,5 Prozent - fürs Gesamtjahr hat Finanzchef Arnd Zinnhardt einen Wert zwischen 26 und 28 Prozent angepeilt. „Wir haben eine solide finanzielle Basis für die Weitere strategische Entwicklung des Unternehmens geschaffen“, so Zinnhardt. Die angestammte Datenbanksparte ETS überraschte mit einem Umsatzplus, die Wachstumssparte BPE mit Integrationssoftware erlöste allerdings 15 Prozent weniger.

DER AKTIONÄR ist optimistisch, dass die Software AG nun mit den starken Zahlen im Rücken den Turnaround schaffen kann. Anleger sollten aber abwarten ob der positive Impuls von den Quartalszahlen sich als nachhaltig erweist. Risikobewusste Anleger können allerdings – mit einem Stopp bei 17,50 Euro – bereits einen Fuß in die Tür setzten.

(Mit Material von dap-AFX)

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