27.02.2019 Maximilian Völkl

Siemens-Aktie vor dem Comeback – der vergessene Hoffnungsträger

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Siemens
Trendthema

Nach schwierigen Monaten hat sich die Siemens-Aktie in den vergangenen Tagen wieder von ihrer besseren Seite gezeigt. Der DAX-Titel hat sich von den Tiefs gelöst. Trotz des Scheiterns der Zugfusion glauben noch immer genug Anleger an die Vision 2020+ von Konzernchef Joe Kaeser. Ein detaillierter Blick lohnt sich, denn Siemens hat viel zu bieten.

Am 1. April startet Siemens die neue Struktur mit drei „operativen Unternehmen“. Während die Kraftwerkssparte kriselt und die zukunftsträchtigen, hochprofitablen Digitalen Industrien in aller Munde sind, fliegt die Intelligente Infrastruktur häufig unter dem Radar. DER AKTIONÄR hatte bereits im vergangenen Jahr auf die starken Aussichten in diesem Bereich hingewiesen. Nun hat sich Spartenchef Cedric Neike im Handelsblatt optimistisch geäußert.

Drei operative Unternehmen in der Vision 2020+

„Wir wollen definitiv schneller wachsen als der Markt“, sagte Neike. Die Intelligente Infrastruktur wird künftig mit 71.000 Mitarbeitern 14 Milliarden Euro umsetzen und soll durch die Zusammenlegung von Energiemanagement und Gebäudetechnik Synergien freisetzen. Laut Neike werden 40 Prozent der Energie von Gebäuden verbraucht. Es sei deshalb sinnvoll, Gebäudetechnik, Verteilnetze und Steuerungstechnik zusammenzulegen.

Überblick über die Sparte Intelligente Infrastruktur

Der gesamte Markt für Intelligente Infrastruktur dürfte laut Handelsblatt in den kommenden Jahren um durchschnittlich zwei bis drei Prozent wachsen. Siemens hat jedoch höhere Ziele. Zudem wird eine Umsatzrendite von zehn bis 15 Prozent angepeilt. Hoffnungsträger sind beispielsweise die Elektromobilität und Speichertechnologien wie die Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse.

Noch abwarten

Das Bild bei Siemens hat sich wieder etwas aufgehellt. Mit der neuen Struktur steigen die Chancen auf nachhaltig höhere Kurse. Solange die Aktie aber weiter im zweistelligen Bereich notiert, fehlen noch die charttechnischen Impulse für einen Wiedereinstieg. Anleger warten deshalb –  trotz der langfristig guten Aussichten – unverändert ab.