07.07.2015 Maximilian Steppan

SGL Carbon mit Mega-Kaufsignal: Das steckt dahinter!

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Der SDAX-Titel SGL Carbon legte rund sieben Prozent auf 15,87 Euro zu. Die Marktteilnehmer begrüßten die Ankündigung des Unternehmens, bis spätestens Ende 2016 das Stammgeschäft mit Graphitelektroden und -kathoden innerhalb der Gruppe rechtlich zu verselbstständigen. Die neue Struktur soll es dann ermöglichen, flexibel auf "strategische Optionen" zu reagieren. Gemeint sind damit Partnerschaften, Zukäufe oder auch ein Verkauf des Geschäfts.

Der angeschlagene Kohlenstoffspezialist SGL Carbon hat ehrgeizige Wachstumspläne für die kommenden fünf Jahre und rüstet sich für eine Konsolidierung der Branche. Die Aufspaltung hat nach Angaben eines Sprechers zunächst keine Auswirkungen auf die Standorte oder die Mitarbeiter des Konzerns. SGL wolle aber bei einer möglichen Branchenkonsolidierung eine "aktive Rolle" spielen.

Wachstumstreiber Autoindustrie

Zugleich soll sich das Wachstum in den beiden anderen Geschäftsbereichen Carbonfasern und Spezialgraphitprodukte beschleunigen. Aus eigener Kraft sollen die beiden Sparten ihren Jahresumsatz von zuletzt 737 Millionen Euro bis 2020 um rund 50 Prozent steigern. SGL setzt dabei unter anderem auf den steigenden Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien etwa aus der Autoindustrie, die Nachfrage nach Leuchtdioden oder Werkstoffen aus Carbonfasern. Noch stärker könnte das Wachstum ausfallen, sollte SGL wie geplant zukaufen.

Die Wiesbadener kämpfen bereits seit geraumer Zeit mit Problemen im Stammgeschäft Graphitelektroden und haben einige Jahre des Umbaus und Sparens hinter sich. Graphitelektroden werden in der Stahlindustrie zum Recyceln von Stahl verwendet. Vor allem chinesische Hersteller machten SGL hier in der Vergangenheit mit Niedrigpreisen zu schaffen. Das Unternehmen machte im vergangenen Jahr insgesamt 247 Millionen Euro Verlust, hat aber für 2015 eine deutliche Ergebnisverbesserung angekündigt.

Mit dem heutigen Kurssprung hat der Titel sowohl den Abwärtstrend, der seit dem Jahreshochhoch intakt war, verlassen als auch die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchschritten. Charttechnisch hat sich Lage aufgehellt: Momentum ist aufgekommen. Spekulativ orientierte Anleger können aufspringen. Wie sich eine mögliche Aufspaltung konkret auf die Bewertung auswirkt, wird sich zeigen.

(mit Material von dpa-AFX)