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15.12.2021 Jan Paul Fóri

Schlussglocke: Fed-Protokoll sorgt für Kursrally am US-Aktienmarkt

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Der Zinsentscheid der US-Notenbank hat den US-Aktienmarkt am Mittwoch positiv beeinflusst: Obwohl die Fed schneller als bisher erwartet aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik aussteigen will und wegen der hohen Inflation eine raschere Zinsanhebung in Aussicht gestellt hat, gingen die wichtigsten US-Indizes mit einem deutlichen Plus aus dem Handel.

Wie die Federal Reserve am Mittwoch nach ihrer Zinssitzung in Washington mitteilte, sollen die immensen Wertpapierkäufe im Januar um 30 Milliarden US-Dollar verringert werden. Das ist das doppelte der Summe, um die die Käufe im November und Dezember reduziert wurden. In den Monaten darauf seien Reduzierungen im selben Ausmaß wahrscheinlich, sie sollen sich aber nach der wirtschaftlichen Lage richten.

Fed-Chef Jerome Powell begründete das raschere Straffungstempo vor der Presse mit dem robusten Arbeitsmarkt und der hohen Inflation. Die Wertpapierkäufe dürften im März beendet sein. Auf Rückfrage sagte er, dass eine anschließende Zinsanhebung vermutlich nicht lange auf sich warten lassen werde. Die Geldpolitik werde jedoch nicht ruckartig, sondern graduell gestrafft. Die wirtschaftliche Entwicklung solle durch die Geldpolitik weiter unterstützt werden.

Zinsanhebungen sollen Inflation eindämmen 

Angesichts der hohen Inflation signalisierte die Fed raschere Zinsanhebungen. Für kommendes Jahr rechnen die Notenbanker laut neuen Prognosen mit insgesamt drei Zinsschritten um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Bisher wurde allenfalls eine Anhebung angedeutet. Im Jahr 2023 könnten laut den Projektionen drei Zinsanhebungen folgen, zwei weitere Anhebungen sind für 2024 signalisiert. Die Prognosen der Fed sind Ergebnis der Erwartungen der einzelnen Notenbanker im geldpolitischen Ausschuss FOMC.

DowJones (WKN: CG3AA2)

An der Wall Street reagierten die Anleger mit Erleichterung auf die Beschlüsse: Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg am Ende um 1,08 Prozent auf 35.927 Punkte. Der marktbreite S&P 500 zog um 1,63 Prozent auf 4.709 Punkte an. Bei dem technologielastigen Nasdaq 100 stand ein Plus von 2,35 Prozent auf 16.289 Punkte zu Buche.

"Die Entscheidungen der Fed sind sicherlich am oberen Ende der Erwartungs-Bandbreite, aber sie liegen nicht außerhalb der Erwartungen", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners. Für die Aktienmärkte sei im Moment am wichtigsten, eine maximale Planungssicherheit bezüglich der Geldpolitik der US-Notenbank zu haben. Und diese Planungssicherheit sei nach der Zinsentscheidung zur Wochenmitte nun deutlich größer. 

Unter den Einzelwerten zogen die Papiere von Eli Lilly an der S&P-500-Spitze um knapp zehn Prozent an. Der Pharmakonzern wird dank der Geschäfte mit Corona-Antikörpern optimistischer für das laufende Jahr. 

Auch die Papiere von Pfizer setzten ihre Rekordjagd fort und gewannen zuletzt gut vier Prozent. Der US-Pharmakonzern hatte am Vortag zusätzliche Studiendatenzu dem Medikament Paxlovid gegen Covid-19 vorgelegt. Laut Pfizer senkt das Mittel bei Hochrisikopatienten das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes oder eines tödlichen Krankheitsverlaufes deutlich. 

Auch für die BioNTech-Aktie ging es mit einem Plus von 3,7 Prozent deutlich aufwärts. Laut jüngsten Forschungsdaten sinke der Schutz vor einer Ansteckung mit der neuen Omikron-Variante nach der Grundimmunisierung auf 33 Prozent, verglichen mit 80 Prozent bei der zuvor kursierenden Delta-Variante. Dies untermauert die Wichtigkeit einer Booster-Impfung. 

Abwärts ging es hingegen für die Papier von Roku. Der Konzern unterlag in einem Patentstreit dem Konkurrenten Universal Electronics und darf nun bestimmt Produkte nicht mehr importieren. Die Roku-Aktie fiel zum Handelsschluss um knapp acht Prozent. 

Mit Material von dpa-AFX.

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