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23.02.2022 Maximilian Völkl

Schlussglocke: DAX geht die Puste aus – Cyberattacke auf Ukraine sorgt für rote Vorzeichen

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DAX

Der Stabilisierungsversuch am deutschen Aktienmarkt an diesem Mittwoch ist gescheitert. Nach einem Cyberangriff auf Regierungswebseiten der Ukraine sowie auf einige Banken drehte der DAX am Nachmittag in die Verlustzone. Mit einem Minus von 0,42 Prozent auf 14.631 Zählern ging das deutsche Börsenbarometer letztlich knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief aus dem Handel.

In nunmehr sechs verlustreichen Börsentagen sackte der Leitindex im Sog des Konflikts um die Ukraine um fast 800 Punkte oder etwas mehr als fünf Prozent ab.

DAX (WKN: 846900)

Der MDAX der mittelgroßen Werte gab zur Wochenmitte um 0,95 Prozent auf 31.887 Zähler nach, während der EuroStoxx 50 0,30 Prozent auf 3.973 Zähler einbüßten. Auch in Paris wurden leichte Verluste verzeichnet. In London hielt sich der FTSE 100 hingegen minimal im Plus und in den USA zeigten sich die wichtigen Indizes zum Handelsschluss in Europa moderat im Minus.

Wie der ukrainische Minister für digitale Transformation am Nachmittag über die elektronische Kommunikationsplattform Telegram mitteilte, gab es erneut einen Cyberangriff in der Ukraine. Bereits Ende Januar sowie in der vergangenen Woche hatte es derartige Angriffe gegeben. Zudem erklärte die Ukraine landesweit den Ausnahmezustand, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag die Unabhängigkeit der Separatistenregionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt und eine Entsendung russischer Soldaten angeordnet hatte. Das ukrainische Parlament muss dem Beschluss des Ausnahmezustandes im Laufe dieses Mittwochs allerdings noch zustimmen.

Das geht bei den Einzelwerten

Im Leitindex legten die Anteile der VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE um weitere 4,6 Prozent zu, nachdem sie am Vortag bereits um etwas mehr als elf Prozent nach oben geschossen waren. Die Aussicht auf einen Börsengang (IPO) der im Konzernverbund von VW steckenden Sportwagentochter Porsche AG beflügelte weiter.

Porsche (WKN: PAH003)

VW gaben dagegen um 0,9 Prozent nach. Europas größter Autobauer ist beunruhigt über den weiter eskalierenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und damit auch über die Situation seiner Märkte und Mitarbeiter in Osteuropa. Die gesamte Region Zentral-/Osteuropa ist für den weltweit zweitgrößten Autokonzern ein wichtiger Absatzmarkt.

Uniper bricht ein

Auch die Anteile von Uniper im MDAX gaben angesichts der Auseinandersetzungen mit Russland nach. Sie büßten 9,3 Prozent ein, der Stromerzeuger macht einen erheblichen Anteil des Geschäfts in Russland und ist Mitfinanzierer der auf Eis gelegten Gaspipeline Nord Stream 2. "Die Risiken sind schlicht unkalkulierbar", sagte Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler.

Uniper (WKN: UNSE01)

Die Aktien von Henkel legten im DAX um 2,0 Prozent zu. Nach den vorgelegten endgültigen Quartalszahlen des Konsumgüterherstellers wies Analystin Celine Pannuti von JPMorgan darauf hin, dass Henkel-Aktien deutlich niedriger bewertet seien als die der Konkurrenz.

Die Aktien von Munich Re verloren dagegen nach unter den Erwartungen liegenden Aussagen zum Jahresnettogewinn 2,3 Prozent. Auch die Gewinnprognose von Puma für 2022 nannten Händler vorsichtig, der Kurs gab um 2,0 Prozent nach.

Munich Re (WKN: 843002)

Mit Material von dpa-AFX

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Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re, Porsche.

Aktien und Derivate von Munich Re und Porsche befinden sich im AKTIONÄR- und im Hebel-Depot des AKTIONÄR.

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