02.07.2019 DER AKTIONÄR

Schaeffler-Aktie auf Tiefgang – ein Sinnbild für die Zukunft deutscher Automobilzulieferer?

-%
Schaeffler
Trendthema

Zukunftstrends verschlafen: So oder so ähnlich lautet die Diagnose des Automobilzulieferers Schaeffler. Der fränkische Automobilzulieferer überraschte die Automobilindustrie mit einer negativen Zukunftsprognose.

Der anhaltende Nachfragerückgang an Reibbelägen für Trockenkupplungen –dem Hauptgeschäft– macht Schaeffler sehr zu schaffen. Schuld sind laut Vorstandschef Klaus Rosenfeld die schwierigen Marktbedingungen in China und Europa.

Im Vergleich mit Zulieferern wie Continental und Bosch fällt Schaeffler eher negativ auf. Der Umstieg auf E-Mobilität läuft vergleichsweise schleppend und die Abhängigkeit vom herkömmlichen Verbrennungsmotor ist weiterhin groß. Der Vorstandschef hofft zukünftig effektiver am Umstieg auf E-Mobilität und Autonomen Fahren arbeiten zu können.

„Im Jahr 2020 wollen wir dort einen Umsatz von einer Milliarde Euro erreichen“ sagte Klaus Rosenfeld im einem Interview mit  der Automobilwoche im Jahr 2018. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Die Schaeffler Gruppe erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr im E-Mobilitäts-Bereich einen Umsatz von 486 Millionen Euro. Dies macht weniger als fünf Prozent des Gesamterlöses aus, der beachtliche 14.241 Millionen Euro betrug.

Fallende Aktienkurse

Die Aktie reagierte auf die negativen Zukunftsaussichten des Vorstands mit einem Kursverlust von 4,7 Prozent. Sie verbilligte sich um 32 Cent auf 6,16 Euro. Ein weiterer Rückgang auf das Rekordtief von sechs Euro scheint nicht unmöglich. Der Aktionär rät vom Kauf ab.

Schaeffler (WKN: SHA015)

Insgesamt stehen die deutschen Automobilhersteller deutlich besser da. Die Automobilindustrie vereinigte circa 40 Prozent aller Patentanmeldungen in Deutschland. Gerade im Bereich Elektroautos sind BMW, Volkswagen und Daimler vorne dabei, was sich in letzten Kursanstiegen zeigte. Entwarnung kann aber nicht gegeben werden. Abwarten ist weiter angesagt.