Samsung hat am Dienstagmorgen starke Geschäftszahlen vorgelegt. Diese zeigen: Der KI-Boom ist real und vital. Im abgelaufenen zweiten Quartal verzeichneten die Südkoreaner einen Rekordgewinn. Trotzdem fiel die Aktie nach der Veröffentlichung der Zahlen zweistellig. Schuld daran ist ein bekanntes Börsenphänomen.
• Gewinnmitnahmen belasten die Samsung-Aktie nach starken Zahlen.
• Samsung hat den Gewinn im Q2 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um den Faktor 19 gesteigert.
• Die Samsung-Aktie hat sich auf 52-Wochen-Sicht rund verfünffacht.
Konkret schnellte der operative Gewinn auf Basis vorläufiger Zahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um das 19-Fache auf 89 Billionen Won (umgerechnet 51 Milliarden Euro) hoch. Für Samsung war es bereits das dritte Quartal in Folge mit einem Rekordwert. Noch beeindruckender: Im Gesamtjahr 2025 hatte der operative Gewinn lediglich 44 Billionen Won und damit weniger als die Hälfte des aktuellen Quartalsgewinns betragen.
Auch die Umsatzentwicklung kann sich sehen lassen: Im Q2 habe sich der Erlös laut Unternehmensangaben mit 171 Billionen Won etwas mehr als verdoppelt. Den Nettogewinn wird Samsung hingegen erst am Ende des Monats veröffentlichen.
KI bleibt Gewinntreiber
Klar ist jedoch: Die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist der Grund für die brachial gutlaufenden Geschäfte von Samsung. Der südkoreanische Konzern produziert nicht nur Smartphones, Notebooks und Tablets, sondern auch die dahinter steckenden leistungsstarken Halbleiter selbst. Bei Speicherchips zählt Samsung zu neben den SK Hynix und Micron zu den Top-3-Produzenten der Welt. Der Konzern profitiert deshalb besonders stark vom Boom des Geschäfts mit Künstlicher Intelligenz.
Bei Samsung läuft es glänzend. Dass die Aktie in Seoul trotzdem rund sieben Prozent einbüßt, ist gewöhnlichen Gewinnmitnahmen nach der zuvor extrem starken Rally geschuldet: Auf 52-Wochen-Sicht hat sich das Papier mit einem Plus von 380 Prozent beinahe verfünffacht und befindet sich aktuell im Korrekturmodus. Dieser setzt sich am Dienstag ungebremst fort. Samsung ist aktuell keine Empfehlung des AKTIONÄR. Favorit ist und bleibt der US-Konkurrent Micron, bei dem Anleger weiter zugreifen können.
FAQs
Warum reagiert die Samsung-Aktie trotz Rekordgewinnen so verhalten?
Klassisches „Sell-the-News“-Szenario. Trotz massiver Gewinnzuwächse waren die Markterwartungen bereits im Vorfeld extrem hoch geschraubt. Anleger hinterfragen aktuell die Nachhaltigkeit der HBM-Margen im zyklischen Umfeld. Wichtig: Die langfristige KI-Story ist intakt – der aktuelle Rücksetzer bietet antizyklischen Anlegern eine hochattraktive Einstiegschance.
Ist die Samsung-Aktie die bessere Wahl gegenüber SK Hynix?
Samsung ist der „All-in-One“-Player. Während SK Hynix bei HBM derzeit noch vorn liegt, holt Samsung bei HBM3E/HBM4 mit Macht auf. Dank der Foundry-Sparte und der Marktführerschaft bei DRAM/NAND ist Samsung breiter aufgestellt. Bestätigen sich die Gerüchte um einen US-Großauftrag für KI-Chips, ist eine massive Neubewertung der Aktie nur eine Frage der Zeit.
Wie steht es um das Sorgenkind Foundry-Sparte?
Der Turnaround läuft. Mit dem Hochlauf der 2-Nanometer-Fertigung (SF2) wandelt sich die Sparte vom Bremsklotz zum Kurstreiber. Gelingt hier der endgültige Durchbruch bei den Yields und die Gewinnung weiterer Hyperscaler als Kunden, ist das bisherige Kursziel Makulatur. Die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau fundamental zu günstig bewertet.
Heute, 09:08