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Foto: Börsenmedien AG, RWE
01.10.2021 Maximilian Völkl

RWE: Jetzt gibt es neuen Ärger

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RWE

Die Probleme rund um den Hambacher Forst dürften vielen RWE-Anlegern noch gut im Gedächtnis sein. Nun gibt es wegen des Braunkohle-Abbaus erneut große Probleme mit Klimaschutz-Aktivisten. Im Fokus steht diesmal der Tagebau Garzweiler II bei Erkelenz, der von den Aktivisten besetzt wurde.

Nach Angaben der Gruppe „Gegenangriff – für das gute Leben“ kletterten 21 Teilnehmer gegen 4:00 Uhr auf die Geräte. Sie fordern nach Angaben einer Sprecherin unter anderem einen sofortigen Kohleausstieg und den Erhalt aller vom Tagebau bedrohten Dörfer.

Laut Polizei wurden im Tagesverlauf acht Personen, die auf den Schaufelradbagger gestiegen waren, heruntergeholt und zur Feststellung ihrer Personalien in Gewahrsam genommen. Die übrigen Aktivisten befanden sich auch am Nachmittag noch in etwa 40 bis 50 Metern Höhe auf den Absetzern. Die Lage sei friedlich, hieß es.

Kritik von RWE

Ein Sprecher von RWE verurteilte die Besetzung. Die Teilnehmer brächten sich damit in Lebensgefahr. „Außerdem verkennen die Aktivisten die Transformation von RWE“, sagte der Sprecher. Das Unternehmen setze den gesetzlichen Kohleausstieg konsequent mit der schrittweisen Stilllegung von Kraftwerken und Tagebauen um.

Zugleich protestierten am Freitag Braunkohlegegner mit einer symbolischen Sitzblockade gegen den Abriss des Dorfes Lützerath. Mit gelben Kreuzen, Stühlen und Tischen setzten sie sich vor Bäume und Häuser. „RWE droht in Lützerath Fakten zu schaffen, noch bevor eine neue Bundesregierung überhaupt steht und die künftige Klimapolitik beschlossen hat“, sagte Greenpeace-Klimaexperte Bastian Neuwirth laut Mitteilung. Die Zerstörung von Lützerath müsse gestoppt werden. „Die geplante Ausdehnung des Braunkohletagebaus ist mit den Pariser Klimazielen nicht vereinbar.“

Am Freitag begann die sogenannte Rodungssaison. Bis Ende März darf RWE dann Bäume und andere Gehölze am Tagebau fällen. Der Sprecher wollte keine Angaben dazu machen, wann die Rodungen starten sollen.

RWE (WKN: 703712)

Der erneute Vorfall mit den Klima-Aktivisten ist ärgerlich, dürfte aber keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Aktienkurs von RWE haben. Dennoch kam der DAX-Titel zuletzt unter Druck. Belastend wirken dabei die wieder steigenden Anleiherenditen. Traditionell tun sich Versorger wegen ihres hohen Kapitalbedarfs und hoher Schulden im Umfeld steigender Zinsen schwer. Dennoch bleibt es dabei: Der Umbau zum Green-Tech-Konzern sollte deshalb künftig eine höhere Bewertung rechtfertigen, weshalb RWE auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR bleibt.

Mit Material von dpa-AFX