15.05.2020 Thorsten Küfner

Royal Dutch Shell: Weniger schlimm als befürchtet?

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Royal Dutch Shell

Die Aktie von Royal Dutch Shell kann am letzten Handelstag einer bisher sehr schwachen Börsenwoche wieder einmal zulegen. Rückenwind erhalten die Anteilscheine des britisch-niederländischen Energieriesen heute wieder in Form deutlich steigender Ölpreise sowie der Hoffnung auf eine nachhaltige Wende am Ölmarkt.

Denn nun rudert die Internationale Energieagentur (IEA) wieder etwas zurück: In der Corona-Krise fällt der weltweite Ölverbrauch nach Einschätzung der IEA nun doch etwas weniger stark als zunächst befürchtet. Ausgangsbeschränkungen für Menschen werden vielerorts gelockert, Unternehmen arbeiten wieder, wie der Interessenverband führender Industriestaaten am Donnerstag in Paris mitteilte. Mittlerweile geht die IEA davon aus, dass die Nachfrage in diesem Jahr um durchschnittlich 8,6 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen wird. Zuvor war ein Rückgang um 9,3 Millionen Barrel pro Tag erwartet worden.  

Damit sieht es nach einer Woche voller Volatilität nach einem leichten Zuwachs bei den Ölpreisen aus. Seit Montag hat der Brentpreis um rund einen Dollar zugelegt, US-Öl lag deutlicher um mehr als drei Dollar über seinen Wert zum Wochenstart.  

Unterstützt wurde diese leichte Erholung durch die von führenden Ölnationen beschlossenen Förderkürzungen, die zum Monatsbeginn in Kraft traten. In den ersten zwei Maiwochen sank die tägliche Ausfuhr der in der "Opec+" zusammengefassten Ölstaaten des Kartells und anderer Förderländer laut dem Analysehaus Petro-Logistics um fast 6 Millionen Barrel. 

Marktbeobachter witterten zuletzt Morgenluft. "Die Stimmung hat seit Ende April gedreht und sich behutsam-konstruktiv gezeigt", sagte Vandana Hari vom Analystenhaus Vandana Insights. Der Optimismus könnte demnach anhalten, solange es in der Corona-Krise keine signifikanten Rückschritte gebe. 

Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M)

Das Marktumfeld für Shell & Co bleibt rau, dennoch besteht weiterhin die Hoffnung auf zum Jahresende hin leicht steigende Ölpreise. Wer auf eine Erholung bei Shell setzen will, sollte dabei einen Stoppkurs bei 12,80 Euro platzieren. Favorit im Sektor bleibt für den AKTIONÄR indes die Aktie des Rivalen Total. 

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Shell.  

(Mit Material von dpa-AFX)