24.05.2017 Nikolas Kessler

Rocket-Beteiligung Delivery Hero: IPO im Juli?

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Rocket Internet
Trendthema

Die Pläne für einen Börsengang von Delivery Hero sind womöglich bereits weiter fortgeschritten, als CEO Niklas Östberg bei der Präsentation der Quartalsbilanz am Dienstag zugeben wollte. Laut Finanzkreisen soll es bereits im Sommer soweit sein.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfahren hat, werde das Berliner Start-up den Börsengang bereits bis Mitte Juni offiziell ankündigen. Unter der Voraussetzung stabiler Finanzmärkte soll die Erstnotiz dann rund vier Wochen später erfolgen. Delivery Hero werde dabei mit mehr als 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Laut einer der namentlich nicht genannten Quellen könne der Börsengang ein Volumen von bis zu einer Milliarden Euro erreichen. „Das hängt davon ab, wie viel Rocket Internet verkauft - und das wiederum hängt an der Bewertung.“ Rocket ist mit rund 33 Prozent der größte Anteilseigner von Delivery Hero.

Zwar war bereits in der Vergangenheit das zweite Quartal als grobes Zeitfenster für das IPO im Gespräch gewesen – Delivery-Hero-Chef Östberg hatte zuletzt aber nicht den Eindruck vermittelt, es damit sonderlich eilig zu haben.

Erst beim Conference-Call anlässlich der Q1-Zahlen am gestrigen Dienstag hatte er sich bedeckt gehalten und den Börsengang als „eine Option“, um Kapital aufzunehmen bezeichnet. Laut dem Insider soll Delivery Hero durch den Börsengang rund eine halbe Milliarden Euro zufließen.

Rocket-Aktie kräftig im Aufwind

Unterstützt vom positiven Newsflow – am Morgen hat auch die Rocket-Beteiligung GFG bereits positive Zahlen sowie eine strategische Partnerschaft im Mittleren Osten verkündet – nimmt die Erholung der Rocket-Aktie weiter Fahrt auf. Inzwischen notiert der Kurs beinahe wieder auf dem Niveau von vor dem Kursrutsch Ende Februar.

Aktie auf der Watchlist

Damals hatte der Kurs nach einer monatelangen Seitwärtsbewegung erstmals wieder die 20-Euro-Marke nachhaltig überwunden. Mit dem Verkauf von 50 Prozent seiner Anteile hat Großinvestor Kinnevik der Aktie jedoch einen herben Dämpfer verpasst und sie im März auf ein neues Allzeittief geschickt.

Die Spekulation des AKTIONÄR auf den möglicherweise bevorstehenden Börsengang einer Beteiligung ist im Zuge dessen ausgestoppt worden. Seitdem befindet sich die Rocket-Aktie lediglich auf der Watchlist.