Rheinmetall: Was läuft da mit Thyssenkrupp?

Rheinmetall: Was läuft da mit Thyssenkrupp?
Foto: penofoto/IMAGO
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Maximilian Völkl 24.10.2024, 09:15 Maximilian Völkl

An der Börse hätten die Unterschiede zwischen dem Highflyer Rheinmetall und dem Rohrkrepierer Thyssenkrupp in den vergangenen Jahren kaum größer sein können. Jetzt stehen beide Konzerne allerdings offenbar in Verhandlungen. Ein Medienbericht vom Mittwoch legt dies zumindest nahe.

Rheinmetall soll laut Handelsblatt genau wie die Lürssen-Werft Interesse an Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) haben. Unter Berufung auf Insider heißt es, dass bereits erste Gespräche geführt worden sein. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Verkauf von TKMS an den Finanzinvestor Carlyle, der kurz vor dem Abschluss gestanden haben soll, geplatzt ist. Grund dafür soll offenbar die Nähe Carlyles zu den Republikanern unter Donald Trump gewesen sein – ein Verkauf des sicherheitspolitischen Geschäfts hatte in der Bundesregierung zunehmend Kritiker gefunden.

Um eine Lösung zu finden, soll es laut den Insidern deshalb bereits länger Kontakt mit möglichen Alternativen gegeben haben. Neben Rheinmetall und der Lürssen-Gruppe wurde auch Fincantieri aus Italien genannt. Sollte sich der Staat auch wie bereits häufiger kolportiert beteiligen, wäre Lürssen offenbar bereit, das eigene Geschäft mit TKMS zusammenzulegen. Die Werft aus Bremen wäre die naheliegendste Wahl. Rheinmetall wiederum ist bisher im Marinegeschäft kaum aktiv. Der Konzern würde sich so aber breiter aufstellen und könnte das von CEO Armin Papperger angestrebte Ziel, zu einem der größten Rüstungskonzerne Europas zu werden, näher rücken lassen. Zudem dürfte die finanzielle Stärke helfen, TKMS wirtschaftlich zu stabilisieren.

Thyssenkrupp (WKN: 750000)

Thyssenkrupp arbeitet nach dem geplatzten Deal weiter an einer Lösung für die Marinetochter. Doch der Konzern hat viele Baustellen. Anleger machen nach wie vor einen Bogen um die Aktie. Rheinmetall dagegen bleibt mit seinen vollen Auftragsbüchern und dem starken Wachstum trotz der laufenden charttechnischen Konsolidierung attraktiv. Ob es zu einem Deal wegen TKMS kommt, erscheint derzeit aber zumindest fraglich. DER AKTIONÄR wird die weitere Entwicklung genau verfolgen.

Rheinmetall (WKN: 703000)

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Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Thyssenkrupp.

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Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.

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