Nach dem Pre-Close-Call von Rheinmetall am Donnerstagabend setzt die Aktie des Rüstungskonzerns ihre Erholungsbewegung vor dem Wochenende weiter fort. Das Aus des Programms für die Fregatte F-126 hat zwar Auswirkungen, der heftige Abverkauf vergangene Woche erscheint aber zunehmend unverhältnismäßig.
Rheinmetall erklärte zwar, dass das erwartete Ziel einer Nomination von 20 Milliarden Euro nicht erreicht werde. Auch wenn die Auftragsdynamik in allen anderen Segmenten stark sei, erwartet der Konzern, dass das Gesamtvolumen im zweiten Quartal ein niedriges zweistelliges Milliarden-Euro-Niveau erreichen werde. Bestätigt wurde allerdings das Ziel für das Umsatzwachstum im zweiten Quartal – hier wird ein Plus von über 60 Prozent erwartet.
Welche Auswirkungen das F-126-Aus auf die Gesamtjahresprognose hat, prüft Rheinmetall noch. Details dazu sollen mit den Quartalszahlen am 6. August veröffentlicht werden. Sollte keine Abhilfe zur kurzfristigen Umsatzkompensation möglich sein, könnten die Umsatzauswirkungen laut Rheinmetall im laufenden Jahr bis zu 300 Millionen Euro betragen. Zur mittelfristigen Prognose für 2030 liege der geplante Beitrag unter drei Prozent. Dieser Effekt soll durch weitere Auftragsabschlüsse in der Zukunft abgefedert werden.
Positive Worte kamen im Anschluss von Barclays-Experte Afonso Osorio. Er erklärte, dass Anleger das „Big Picture“ bei Rheinmetall nicht aus den Augen verlieren sollten, und bestätigte seine „Overweight“-Einstufung. Das Kursziel senkte er allerdings leicht von 2.035 auf 2.000 Euro. Er ist vorsichtig optimistisch für die Q2-Ergebnisse des zweiten Quartals und erwartet ein Umsatzplus von 59 Prozent auf fast 3,1 Milliarden Euro. Ein anziehender Munitionsabsatz, eine Unterschrift unter den Boxer-Deal sowie die positive Telefonkonferenz könnten bei der Aktie für neuen Schwung sorgen. Das gescheiterte Fregatten-Geschäft werde sich zwar beim Auftragseingang bemerkbar machen, die sonstigen Jahresziele sieht Osorio aber unverändert.
Der F-126 Schock wird zunehmend abgeschüttelt. Der Abverkauf war angesichts der Bedeutung für den Gesamtkonzern unverhältnismäßig stark. DER AKTIONÄR hatte zuletzt bereits zu einem gestaffelten Einstieg geraten. Aktuell läuft die Erholung weiter.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Heute, 08:54