Das boomende Pfandgeschäft („Pawn“ – englisch für das Verleihen von Geld gegen hinterlegte Wertgegenstände) hat FirstCash im Q2 zu neuen Rekordwerten verholfen. Der US-Pfandleiher legte am Donnerstag starke Zahlen vor und übertraf die Erwartungen auf ganzer Linie. Die Aktie reagiert mit leichten Kursgewinnen.
Die Inflation setzt den US-Verbrauchern weiterhin zu. Um ihre Ausgaben stemmen zu können, suchen daher immer mehr Menschen den Weg ins Pfandhaus. Davon profitiert auch FirstCash: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung der Analysten von rund 1,03 Milliarden Dollar deutlich. Noch stärker entwickelte sich das Ergebnis: Das verwässerte Ergebnis je Aktie kletterte um 58 Prozent auf 2,12 Dollar. Bereinigt erzielte FirstCash einen Gewinn von 2,50 Dollar je Aktie und lag damit klar über den erwarteten 2,39 Dollar.
Auch unter dem Strich lief es rund. Der bereinigte Nettogewinn verbesserte sich um 38 Prozent auf 110,1 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA legte um 39 Prozent auf 201,4 Millionen Dollar zu. CEO Rick Wessel zeigte sich entsprechend zufrieden und verwies insbesondere auf die anhaltend hohe Nachfrage im Kerngeschäft.
Dieses Kerngeschäft ist das weltweite Pfandleihgeschäft, das rund 90 Prozent der Nettoerträge und des Segmentgewinns erwirtschaftet. Die Pfandforderungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent, auf vergleichbarer Basis immer noch um starke 22 Prozent. Die Erlöse im Pfandsegment legten um 44 Prozent zu, während der Segmentgewinn sogar um 59 Prozent anzog. Die robuste Nachfrage nach besicherten Kleinkrediten sowie das starke Einzelhandelsgeschäft in den USA, Lateinamerika und Großbritannien sorgen weiterhin für Rückenwind. Entsprechend hat das Management die Jahresprognose für das Pfandsegment erneut angehoben.
Weiteres Wachstum prognostiziert
FirstCash erwartet nun für 2026 ein Umsatzwachstum im kombinierten Pfandgeschäft in den USA, Lateinamerika und Großbritannien. Allein im US-Pfandgeschäft sollen die Einnahmen aus Pfandgebühren im zweiten Halbjahr und Gesamtjahr um mindestens einen mittleren zweistelligen Prozentsatz wachsen. Der Verkauf von Gebrauchtwaren soll 2026 um zehn bis 15 Prozent zulegen, bei einer stabil erwarteten Bruttomarge von 42 bis 43 Prozent.
Auch in Lateinamerika bleibt die Dynamik hoch: Nach einem Anstieg der Pfandgebühren um 37 Prozent in US-Dollar im ersten Halbjahr rechnet FirstCash im zweiten Halbjahr mit einem weiteren Wachstum von rund 20 Prozent. Für das britische Pfandgeschäft erwartet der Konzern auf Basis der starken Entwicklung und höherer Umsatzerwartungen nun einen Segmentgewinn von 135 bis 140 Millionen Dollar im Jahr 2026.
Übernahme im Fokus
Die Prognose berücksichtigt allerdings noch nicht die geplante Übernahme des britischen Konkurrenten Ramsdens sowie weitere mögliche Zukäufe. FirstCash hat sein Angebot auf 675 Pence je Ramsdens-Aktie zuzüglich einer Dividende von 9 Pence erhöht. Die Transaktion bewertet das Eigenkapital des Unternehmens mit rund 232 Millionen Pfund und soll – vorbehaltlich der Zustimmung von Behörden und Aktionären – bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Nach dem Vollzug würde das Filialnetz in Großbritannien auf mehr als 450 Standorte wachsen.
Geldregen für Aktionäre
Auch die Aktionäre profitieren von der starken Geschäftsentwicklung. Der operative Cashflow belief sich in den vergangenen zwölf Monaten auf 673 Millionen Dollar. Der Vorstand beschloss eine Quartalsdividende von 0,42 Dollar je Aktie, die im August ausgezahlt wird. Gleichzeitig wurde nach Abschluss des bisherigen Rückkaufprogramms über 150 Millionen Dollar ein neues Aktienrückkaufprogramm in gleicher Höhe genehmigt.
Die AKTIONÄR-Empfehlung FirstCash hat starke Zahlen vorgelegt. Vorbörslich gewinnt das Papier rund eineinhalb Prozent. Die Aktie, die seit der Empfehlung im August 2024 um 67 Prozent zugelegt hat, bleibt ein Kauf.
Heute, 15:30
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